Montag, 22. Januar 2018

Neue Regeln für die Meilenvergabe bei Lufthansa Was sich bei Miles & More alles ändert

Das neue System wird deutlich komplexer: Miles & More ändert zum 12. März die Regeln für die Meilenvergabe

Ab dem 12. März gelten neue Regeln für Europas führendes Vielfliegerprogramm: Prämienmeilen für Flugbuchungen werden künftig wie bei amerikanischen Carrieren nach Umsatz vergeben. Aber findige Kunden können dem neuen System ein Schnippchen schlagen.

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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner neuen Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Am Montag verkündete das Vielfliegerprogramm Lufthansa Miles & More eine kleine Revolution: Für alle Tickets, die ab dem 12. März 2018 gebucht werden, werden die Prämienmeilen nicht mehr nach dem alten distanzbasierten (interkontinental) oder fixwertbasierten (innerdeutsch, innerhalb Europa) System vergeben, sondern umsatzbasiert.

Wer teure Tickets bucht, erhält viele Meilen, wer günstige Tickets bucht, erhält wenige. Allerdings werden dabei die Steuern, die in der Economy Class meist einen Großteil der Gesamtkosten eines Tickets ausmachen, herausgerechnet. Generell gilt in Zukunft für die Prämienmeilengutschrift bei Flügen mit Airlines der Lufthansa Group (Lufthansa Börsen-Chart zeigen, Swiss, Austrian, Brussels Airlines, Adria Airways, Air Dolomiti, Croatia Airlines, LOT und Eurowings) und für Flüge mit Partnerairlines, wenn diese über eine Lufthansa Group Airline ausgestellt wurden: 4 Prämienmeilen je Euro Umsatz (Steuern ausgenommen) für statuslose Kunden.

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Der bisherige Executive Bonus von 25 Prozent für Statuskunden wird jetzt teilweise erhöht, nämlich bei allen Lufthansa Group Airlines bis auf Eurowings und Brussels Airlines sowie bei den transatlantischen Joint Venture Partnern Air Canada und United. Dort gilt in Zukunft für Statuskunden 6 Meilen je 1 Euro Umsatz (Steuern ausgenommen). Bei allen anderen Airlines sowie Eurowings und Brussels Airlines bleibt es bei 25 Prozent, nämlich 5 Prämienmeilen je 1 Euro Umsatz (Steuern ausgenommen).

Keine Auswirkungen auf das Thema Vielfliegerstatus

Diese neue Regelung hat jedoch keine Auswirkung auf das Thema Vielfliegerstatus. Die Vergabe von Statusmeilen bleibt davon unberührt. Jeder, der also denkt, dass es durch die neuen Regelungen schwieriger wird, einen Lufthansa Vielfliegerstatus zu erhalten, irrt: Hier bleibt alles beim Alten.

Meilenvergabe in vielen Fällen wohl niedriger

Allerdings ist die Umstellung auf ein umsatzbasiertes System eine gewaltige, die von den US Airlines in den letzten Jahren vorgemacht und von Air France für das Flying Blue Vielfliegerprogramm ebenfalls für April 2018 verkündet wurde. In Summe werden im neuen System vermutlich etwas weniger Prämienmeilen auf Flügen vergeben (auch wenn es bei Lufthansa Miles & More heißt, dass die Vergabe gleich bleibe). Dadurch würden die zu bildenden Rückstellungen sinken und generell entsteht eine schlankere und besser vorhersehbare Kostenstruktur für den Lufthansa Konzern. Für den Kunden ergeben sich je nach Reiseprofil teilweise deutlich niedrigere Meilengutschriften.

Weniger als die Hälfte der Meilen bei günstigen Flügen

Ein typisches günstiges Economy Class Ticket zwischen München und Berlin kostet Return beispielsweise 116 Euro, gebucht in Buchungsklasse K. Aktuell würde ein statusloser Kunde dafür 250 Meilen erhalten und eine Kunde mit Status gar 312 Meilen. Für alle Buchungen ab dem 12. März 2018 gilt dann der Preis ohne Steuern: Also 22 Euro, in diesem Beispiel multipliziert mit 4 Prämienmeilen für statuslose Kunden - also 88 Meilen (mit Status gilt der Faktor 6, also 132 Meilen). Bei solchen Flügen wird die Prämienmeilengutschrift also mehr als halbiert. Bei den Statusmeilen bleibt alles beim alten.

Neues System deutlich komplexer und mit vielen Ausnahmen

Das neue System ist allerdings für Kunden nicht so einfach zu verstehen. Denn es gibt weitere Feinheiten: So gelten die neuen Regelungen generell nur, wenn Tickets durch eine Lufthansa Group Airline ausgestellt wurden. Ansonsten gelten die bisherigen Regelungen.

Das bedeutet: Wenn Sie mit Nicht-Lufthansa Group Airlines im Rahmen der Star Alliance fliegen und die Tickets auf der Webseite der jeweiligen Airline buchen, dann ändert sich an der Meilenvergabe nichts. Und selbst für Lufthansa-Flüge gibt es in der Zukunft Schlupflöcher: Wenn Sie etwa von Deutschland in die USA mit Lufthansa fliegen wollen, können Sie das Ticket über die Lufthansa-Seite buchen, dann würden die neuen Regelungen gelten. Sie können es aber auch zum selben Preis über die United Webseite buchen. Dann gilt die alte Meilenvergabe, da es sich um United-Ticketstock handelt.

Fazit: Das Leben wird für Meilensammler bei Lufthansa Miles & More ab dem 12. März 2018 etwas komplizierter. Mit der richtigen Planung lassen sich jedoch oft immer noch dieselben Meilengutschriften erzielen. Zudem hat das neue System keine Auswirkungen auf die Vergabe eines Lufthansa Miles & More Vielfliegerstatus.

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