Dienstag, 28. März 2017

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Luxusreise-Erfinder Marcel Knobil Pauschaltrip zu 109 Drei-Sterne-Restaurants

Auch auf dem Reiseplan: Die zehn deutschen Drei-Sterne-Köche Joachim Wissler, Helmut Thieltges, Harald Wohlfahrt, Sven Elverfeld, Kevin Fehling, Klaus Erfort, Juan Amador, Thomas Bühner, Claus-Peter Lumpp und Christian Bau (von links nach rechts)

Für mehr als eine Million Euro in zwei Jahren alle Unesco-Welterbestätten besuchen, in sechs Monaten alle 109 Drei-Sterne-Restaurants oder in vier Wochen die zwölf besten Spielcasinos der Welt besuchen - Marcel Knobil macht auf dem Luxusportal "Veryfirstto" Ernst mit Luxusreisen.

mm: Herr Knobil, wie viele Leute haben sich denn schon für Ihr jüngstes Angebot angemeldet - alle Drei-Sterne-Restaurants dieser Welt in sechs Monaten für 210.000 Euro pro Paar?

Knobil: Wir haben das erst seit einigen Wochen im Angebot. Es gibt 19 Anfragen, die wir aber detailliert bearbeiten - die Leute bekommen ein individuelles Paket, je nachdem, in welchem Land und wann sie starten wollen. Wir rechnen jetzt mit den ersten Buchungen.

mm: Anfang des Jahres hatten Sie eine noch teurere Reise zusammengestellt: Alle 981 Unesco-Welterbestätten in einer zweijährigen Reise für zwei Personen, Kostenpunkt 1,116 Millionen Euro. Das sorgte für Aufsehen, wurde aber eher als kühner PR-Stunt wahrgenommen denn als ernsthaftes Angebot.

Knobil: Klar, wir genießen die PR, die unsere Produkte generieren. Aber am wichtigsten ist es doch, dass sie gekauft werden können. Auch diese Reise hat ja jemand gebucht - ein Chinese übrigens. Andere Leute haben sich für abgespeckte Versionen entschieden. Ein Kunde möchte etwa nur die Welterbestätten auf dem amerikanischen Kontinent besuchen. Das machen wir dann auch möglich.

mm: Wann startet der Mann aus China?

Knobil: Der arbeitet derzeit noch an einer Doktorarbeit. Wenn er die fertig hat, geht es los.

mm: Eine Buchung ist ja nicht so viel. Können Sie von solchen Produkten leben?

Knobil: Sagen wir es so: Wie ein Luxusmodeunternehmen bekommen wir die meiste Aufmerksamkeit für die Sachen, die im Haute-Couture-Bereich auf dem Laufsteg zu sehen sind. Wir verkaufen ja aber auch noch andere Produkte.

mm: Sie sind vor einem Jahr mit dem Portal an den Start gegangen. Wo stehen Sie jetzt?

Knobil: Wir haben sechs Angestellte und kaufen noch etliche externe Leistungen ein. Wir haben mittlerweile mehr als 30.000 registrierte Mitglieder auf unserer Seite. Vieles, was wir tun, ist Recherchearbeit. Unser Anspruch ist es, eine zentrale Anlaufstelle für early adopters zu sein: Leute, denen es ungemein wichtig ist, von spannenden neuen Produkten als erste zu erfahren oder ein Angebot als erste zu nutzen. Wir bekommen von den Anbietern dann eine kleine Provision. Und wir bieten einen Luxusindex an, mit dem wir Marken helfen, Märkte zu finden. Wir schreiben jetzt natürlich noch keine schwarzen Zahlen, aber wir haben ja auch erst im November gelauncht. Wir sind auf gutem Wege.

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