Donnerstag, 19. Juli 2018

Mit dem Edelzug durch Perus Anden Rollendes Luxushotel mit Fünf-Sterne-Service

Atemberaubende Zugreise: Luxuriös auf Schienen durch Perus Anden
Fotos
TMN

Ist es die dünne Höhenluft, die überwältigende Landschaft oder der elegante Luxuszug? Eine Reise mit dem neuen "Belmond Andean Explorer" von Arequipa nach Cusco ist auf jeden Fall atemberaubend.

Leise ratternd windet sich der "Belmond Andean Explorer" durch die Schlucht des Rio Urubamba. Bei Cusco hat der Fluss tiefe Furchen in die peruanischen Anden gegraben. Links klammert sich das schmale Gleisbett an eine Felswand, rechts fällt die Böschung jäh zu dem von Eukalyptusbäumen gesäumten Urubamba ab. An den Hängen arbeiten Bauern auf schmalen Terrassen, die schon die Inkas den Bergen abgetrotzt hatten.

In der Nähe der weltberühmten Inka-Stadt Machu Picchu wirkt die Zugstrecke des neuen "Andean Explorers" wie eine Filmkulisse. Das muss sich auch der deutsche Regisseur Werner Herzog gedacht haben, der am Urubamba in den 1970er Jahren mit Klaus Kinski Filmklassiker wie "Aguirre" und "Fitzcarraldo" drehte. Nach Ollantaytambo schlängelt sich der Fluss nach Osten in den Regenwald, wo er in den Amazonas mündet. Die Strecke des "Andean Explorers" dagegen führt von Cusco südwestlich am Titicacasee vorbei nach Arequipa.

Seit Sommer 2017 verbindet der neue Luxusreisezug die beiden Perlen der peruanischen Anden. Zwei Nächte dauert die Reise mit der Gesellschaft, die auch den "Venice Simplon-Orient-Express" in Europa und den "Eastern & Oriental Express" in Asien betreibt.

Schöner ist die Fahrt von Cusco nach Süden, weil der Zug die imposantesten Gegenden dann tagsüber passiert - auch die spektakulären, fast 4500 Meter hohen Pässe zwischen Puno und Arequipa. Wer dagegen seine Reise dramaturgisch plant, muss in Arequipa starten. Schließlich gibt es kein beeindruckenderes Finale als Cusco mit dem Weltwunder Machu Picchu.

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In welche Richtung man auch fährt, man sollte sich Zeit für die Akklimatisierung lassen. Erst recht, wenn man aus der am Meer liegenden Hauptstadt Lima anreist. Cusco liegt 3416, Arequipa immerhin 2300 Meter hoch. Da bleibt manch einem Reisenden die Luft weg, nicht nur wegen des Panoramas: Arequipa wird von bis zu 6000 Meter hohen Vulkankegeln eingerahmt. Schaut man von der Plaza de Armas auf die Kathedrale, scheint sich der Vulkan Misti direkt hinter den beiden Glockentürmern zu erheben. Der mächtige Feuerberg ist ein unübersehbares Zeichen dafür, dass es unter Arequipa brodelt. 2001 stürzte bei einem Erdbeben einer der Kirchtürme ein.

Die Altstadt rund um die Kathedrale, eines der monumentalsten Bauwerke der spanischen Eroberer in Südamerika, wurde im Jahr 2000 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Das Gotteshaus und das Kloster Santa Catalina sind neben dem 3000 Meter tiefen Colca Canyon, eine der tiefsten Schluchten der Erde, die Touristenmagnete der Region.

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