Montag, 20. August 2018

Kreuzfahrt-Ratgeber mit Preisbeispielen Lieber kleines Luxusschiff oder doch Megaliner?

Kreuzfahrten: Das kosten Suiten auf Luxusschiffen
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Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Kreuzfahrt-Reedereien versuchen, ihren Gästen immer mehr Exklusivität zu bieten. Aber auch dabei gibt es Unterschiede. Sind Sie eher der Typ für einen der großen Megaliner mit mehr als 2500 Gästen - oder werden Sie auf einem kleineren Luxusschiff glücklicher, wie es Hapag-Lloyd Cruises, Silversea oder Seabourne bieten?

Viele Reedereien haben auf ihren Megalinern exklusive Privatclubs nur für Suitengäste mit eigenen Restaurants, Bars und Pools geschaffen. "Schiff im Schiff" heißt dieses Prinzip. Beispiele sind der "Yacht-Club" bei MSC Cruises und "The Haven" bei Norwegian Cruise Line. Suiten-Passagieren der neueren Schiffe von Tui Cruises etwa steht eine vergrößerte X-Lounge zur Verfügung.

"Für den Luxusgast ist beides attraktiv", sagt Detlev Schäferjohann, Geschäftsführer des Kreuzfahrtportals E-hoi. "Je nachdem, wie der Gast gestrickt ist, wird er dem einen oder anderen zuneigen." Kleine Schiffe zeichnen sich durch eine familiäre, intime Atmosphäre aus. "Man ist schnell mit dem Servicepersonal vertraut und andersherum", sagt Schäferjohann. Schnell wird etwa registriert, was der Gast zum Frühstück oder als Aperitif wünscht. "Das ist ein klares Kennzeichen der Luxushotellerie und auch der Luxuskreuzfahrt, dass der Passagier das Gefühl hat, dass sich alles um ihn dreht."

Die kurzen Wege und die geringe Zahl der Gäste haben allerdings auch einen Nachteil: Der betuchte Gast ist selten anonym. Der Experte formuliert es so: "Auf kleinen Luxusschiffen müssen Sie eher mit den Mitreisenden über Ihren Beruf, Ihre Kinder und Ihre Autos reden." Nicht jeder Urlauber möchte das unbedingt.

Video: Luxusliner wird Luxushotel - ein Rundgang durch die "Queen Elizabeth 2"

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Bild: AP

Die exklusiven Suiten-Bereiche auf den großen Kreuzfahrtschiffen können gerade Familien "das beste aus beiden Welten bieten", wie Schäferjohann sagt. "Der Privatbereich ist ruhig, edel, distinguiert. Aber für die Enkel habe ich trotzdem noch "Disneyland" dabei." Gerade für Mehr-Generationen-Urlaub, bei dem die Großeltern ihre Kinder und Enkel einladen, sei das Schiff-im-Schiff-Prinzip praktisch.

Ein weiterer Vorteil großer Schiffe ist das breite Angebot an Unterhaltung. "Da sieht man ganz andere Shows als auf kleinen Schiffen", sagt der Experte. Bei amerikanischen Reedereien etwa bekommen Reisende oft Broadway-Musicals zu sehen.

Und dann gibt es noch einen Pluspunkt, der im Sozialen begründet liegt: "Der Mensch lebt von der Differenzwahrnehmung", sagt Schäferjohann. Das heißt: Während die Wohlhabenden auf Luxusschiffen unter sich sind, fährt auf den großen Schiffen für die Masse auch der ganz normale Urlauber mit. "Da ist mir mein privates Sonnendeck oder der Whirlpool auf dem Balkon vielleicht noch einmal mehr wert."

Die Beschwerde Nummer eins der Kreuzfahrtgäste sei unabhängig vom Alter übrigens "Das Publikum war so alt", berichtet der Fachmann. "Das sagt auch ein 70-Jähriger." Schäferjohann hat auf großen Schiffen meist "mehr Leben und gute Laune" beobachtet.

Der große Vorteil kleiner Luxusschiff liegt eher abseits des Bordlebens: Diese Schiffe können in der Regel kleinere und deshalb oft auch interessantere Häfen ansteuern als die Megaliner. Die großen Schiffe sind beschränkt auf wenige Häfen. "Gerade wer schon viel gesehen hat, bekommt auf einem kleinen Schiff mehr Vielfalt beim Routing und bei den Häfen", sagt Schäferjohann. "Und niemand findet es lässig, mit 2000 anderen Leuten an Land zu gehen."

Für viele Urlauber ist natürlich auch der Reisepreis ein Argument. Was hier auffällt: Für den Preis einer Suite auf einem Riesenschiff ist manchmal schon (fast) die Seereise auf einer Luxusjacht buchbar.

Hier sind einige Preisbeispiele für Suiten der Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises, Cunard Line, Hapag-Lloyd Cruises, MSC Cruises und Norwegian Cruise Line, Silversea Cruises und Tui Cruises:

Lisa Schönemann und Philipp Laage, dpa

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