Freitag, 26. August 2016

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Unterwegs auf Kolumbiens besten Kaffeeplantagen Geisha-Kaffee für 300 Dollar das Pfund

Kolumbiens Kaffee-Plantagen: Zwischen roten Beeren und edlen Bohnen
Fotos
TMN / Procolombia

Die Kolumbianer sind sich sicher, in ihrem Heimatland wird der beste Kaffee der Welt produziert. Tatsächlich gilt das südamerikanische Land als der größte Exporteur von hochwertigem Arabica nach Brasilien. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Touristen für die Plantagen interessieren. Die Farmer ihrerseits haben mit der Öffnung ihrer Ländereien einen durchaus lukrativen Nebenverdienst entdeckt.

Ein anregender Duft breitet sich im Aufenthaltsraum der Finca "El Ocaso" aus. Gustavo Patino genießt seinen selbst gerösteten Morgenkaffee. Seine Frau Gloria hat ihn sorgsam mit einem feinmaschigen Textilfilter zubereitet. Erste Urlaubsgäste lassen sich an diesem Morgen blicken.

Kolumbien
Anreise
Von Deutschland aus in der Regel mit einem Stopp in die Hauptstadt Bogotá. Von dort weiter mit einer organisierten Rundreise im Bus oder individuell mit dem Mietwagen.
Klima und Reisezeit
Überwiegend trocken ist es normalerweise in den Monaten Dezember bis März sowie Juli und August. Stärkere Regenfälle sind von April bis Juni sowie im Oktober und November zu erwarten.
Einreise
Deutsche Staatsbürger brauchen für einen touristischen Aufenthalt kein Visum, nur einen gültigen Reisepass.
Übernachtung
Die einfachen, aber sauberen Zimmer in den Fincas des Kaffeedreiecks kosten meist zwischen 50 und 80 Euro pro Nacht, Hotelzimmer sind für etwa 80 bis 120 Euro zu haben.
Geld
1 Euro sind etwa 3680 kolumbianische Peso (Stand: 16.12.2015)
Information
Procolombia
Fürstenbergerstraße 223
60323 Frankfurt
Tel.: 069 13023832
www.colombia.travel/de
Gustavo lässt derweil seinen Blick über die zerfurchte Landschaft mit ihren Bergketten und tiefen Tälern schweifen. Morgennebel steigt auf, im Hintergrund erheben sich die Zentralkordilleren der kolumbianischen Anden.

Hier im Triángulo de Oro del Café, dem Goldenen Dreieck des Kaffees, dominieren Kaffeesträucher die Flora. Die Region erstreckt sich über die Provinzen Quindio, Risaralda und Caldas westlich der Hauptstadt Bogotá. Nur vereinzelt tauchen Tulpenbäume, Wachspalmen oder Akazien auf, hier und da auch kleine Pinien- und Tabakplantagen oder Guadua-Bambuswäldchen. Dank mineralhaltiger Erde und reicher Niederschläge gedeihen die Pflanzen hier prächtig.

Vor zehn Jahren begannen Gustavo und seine Frau Gloria damit, in- und ausländischen Touristen geführte Kaffeetouren anzubieten. Nach und nach kamen immer mehr. Im vergangenen Jahr konnten die beiden fast 8000 Besucher begrüßen. Jede Station des Rundganges bekam Info-Tafeln oder Fotografien, heute gibt es Gästezimmer, eine Terrasse zum Verkosten und einen Aufenthaltsraum.

Die Investitionen haben sich ausgezahlt. Inzwischen freuen sich Gustavo und Gloria über einen Zuverdienst, der dem Haushalt eine stabile Grundlage beschert. Denn die Einkünfte aus dem Verkauf der Kaffeebohnen schwanken stets. Noch gehören die beiden zu einer Minderheit unter den rund 500.000 Kaffeefarmern in Kolumbien. Doch ihr Beispiel macht Schule.

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