Samstag, 30. Juli 2016

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Zur Jazz-Safari nach Kapstadt Satter Live-Sound aus der Krypta

Jazz-Safari in Kapstadt: Satter Live-Sound aus der Krypta
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TMN / The Piano Bar

Nach Südafrika fährt man der Natur wegen - und vielleicht noch wegen des Weins. Oder? In Kapstadt eröffnen sich aber noch ganz andere Erlebniswelten. Es sind Klänge wie aus einem fernen Urwald: Erst ein hölzernes Klacken, dann ein Jammern und ein fast singender Geigenton. Diese Laute entlockt der Jazzmusiker Hilton Schilder einem gebogenen Stock mit gespanntem Seil. Seine Mundhöhle wirkt dabei als Resonator.

Das Vibrato dieses traditionellen Mundbogens des Khoi-Volkes erfüllt Schilders kleine Wohnstube in einem Vorort von Kapstadt. Das wirkt erstaunlich beruhigend, bis zum Einsetzen der Trance kann es nicht mehr lange dauern. Doch dann ruft eine Stimme aus der Küche: "Chicken Curry ist fertig! Wer mag ein Bier dazu?"

Wer nach Südafrika reist, geht vermutlich mindestens einmal auf Safari. Elefanten, Nashörner, Löwen - alles bekannt. Doch heute geht es auf eine andere, eine einzigartige musikalische Safari. "In Kapstadt gibt es 20 Gitarristen pro Quadratkilometer und einen Saxofonisten hinter jeder Ecke", sagt Ian Harris. "Wir haben hier ein vielfältiges musikalisches Erbe, und im Jazz kommt es am besten zum Ausdruck."

Eine Tour durch Studios und Privatwohnungen von Musikern

Vor Jahren schon hat sich der Unternehmer der Pflege der jüngeren südafrikanischen Geschichte - vor allem die Überwindung der Apartheid - und zugleich der Jazz-Szene am Kap der Guten Hoffnung verschrieben. Eines Tages fragte ihn ein Freund aus der Reisebranche: "Warum machen wir nicht etwas zusammen, Musik und Touren durch die Szene mit Menschen, die Geschichten zu erzählen haben?"

So entstand die Cape Town Jazz Safari - eine Tour für kleine Gruppen, die in der Wohnung oder im Studio eines Musikers beginnt und dann durch Kapstädter Jazz-Bars und -Bühnen bis tief in die Nacht fortgesetzt wird. Bummel durch die Kapstädter Jazz-Szene sind dank der verbesserten Sicherheitslage im City-Bereich auch auf eigene Faust möglich.

Für Hausbesuche bei Jazzern wie Mac Mckenzie, dem König des einzigartigen Kapstädter "Goema"-Sounds, oder Hilton Schilder, dem Mitbegründer der Kult-Jazzrockband The Genuines, gibt es jedoch kaum eine Alternative zu organisierten Touren. Es sei denn, man kommt im African Music Store an der Long Street beim Stöbern mit einem der Künstler ins Gespräch und wird eingeladen.

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