Dienstag, 30. August 2016

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Kanada eiskalt Welche Sportarten auch bei minus 40 Grad Spaß machen

Kanada eiskalt: Wintersport im Yukon
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TMN

Hier wird heißer Tee zu Eiswürfeln: Im Yukon sinken die Temperaturen im Winter unter minus 40 Grad. Doch das hält die Menschen nicht davon ab, sich draußen zu vergnügen - ob auf dem Fatbike, dem Hundeschlitten oder beim Eisfischen.

Gleichmäßig brummen die breiten Gummireifen durch den Schnee. Es ist elf Uhr morgens, am Yukon River ist gerade die Sonne aufgegangen und taucht den Weg am Ufer in ein goldenes Licht. Das wird sich den ganzen Tag nicht ändern. Denn die Sonne schafft es in dem kanadischen Territorium im Winter nicht sehr hoch an den Himmel. Sie sorgt auch nicht lange für Helligkeit, gegen vier Uhr am Nachmittag geht sie schon wieder unter. Dann färbt sich der Himmel in kräftigem Rosa, und schon bald ist es tiefste Nacht. Die dauert etwa 18 Stunden, ein paar Wochen nach der Wintersonnenwende.

Das wenige Tageslicht macht David Pharand nichts aus. Er nutzt die Stunden, um mit seinem Fatbike durch die eingefrorene Landschaft zu fahren und nimmt Gäste der "Boreale Ranch" mit auf seine Touren: entlang des Ufers in Whitehorse und durch die tief verschneiten und gefrorenen Wälder um die Ranch herum. Sie liegt zwischen Whitehorse und Carcross. "Das Fahrrad hat extra dicke Reifen, die nur recht weich aufgepumpt werden", erklärt der junge Mann. Dadurch hat man gute Haftung auf dem eisigen Untergrund.

Die Fahrräder wiegen etwa 15 Kilo, die Reifen sehen gigantisch aus - die echte Schwierigkeit beim Fatbike ist aber, die richtige Kleidung zu finden. An einem warmen Wintertag im Süden des Yukon liegen die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad minus, an einem kalten unter minus 40 Grad. Doch eine Fatbike-Tour kann schweißtreibend sein.

Die Hunde rennen über den Eisfluss

"Man braucht viele Lagen", sagt David, "warme untendrunter und eine windabweisende als oberste Lage." Dazu eine Mütze unter dem Helm, ein paar dünne Handschuhe unter den dicken Daunen-Fäustlingen und Schuhe, in denen man die Pedalen spüren kann und die trotzdem die Füße warmhalten. Und dann wartet noch die Herausforderung, mit den vielen Lagen über den Karbon-Rahmen auf den Sattel zu steigen.

Winter im Yukon
Reiseziel
Der Yukon, eines der kanadischen Territorien, liegt im Norden von British Columbia und östlich von Alaska. Mit etwa 482.000 Quadratkilometern ist das Territorium fast doppelt so groß wie Deutschland - dort leben aber nur etwa 35.000 Menschen. Es gibt etwa 4500 Kilometer Straße. Der Yukon-Fluss gehört mit mehr als 3000 Kilometern zu den längsten Nordamerikas.
Anreise
Von Frankfurt über Vancouver nach Whitehorse, im Winter mit Lufthansa, Air Canada oder Air North. Alternativ fliegt Icelandair über Reykjavik nach Calgary oder Ottawa, von dort aus wird Whitehorse ebenfalls angeflogen.
Einreise
Deutsche können Kanada ohne Visum bereisen. Sie brauchen ab dem 15. März 2016 aber eine elektronische Einreiseerlaubnis. Diese kann unter www.cic.gc.ca eingeholt werden.
Klima
In den langen Wintern können die Temperaturen bis unter 40 Grad minus sinken. Zu den gemessenen Temperaturen kommt oft ein eisiger Wind. Die tiefste Temperatur, die jemals in Kanada gemessen wurde, zeichnete man im Yukon auf: minus 63 Grad.
Unterkunft
In Whitehorse finden Gäste verschiedene Hotels und Motels. Außerhalb der Stadt gibt es zahlreiche Ranches und andere Unterkünfte, die oft nur wenige Zimmer haben. Die Verpflegung ist in diesen Häusern in der Regel inklusive. Auch Holzhütten im Wald, ohne Strom und Wasser, können das ganze Jahr über gemietet werden.
Informationen
Tourism Yukon, c/o Bergold Promotions, Kleine Hochstraße 4, 60313 Frankfurt (Tel.: 069/2193670, E-Mail: info@travelyukon.de, www.travelyukon.de).
Einfacher haben es alle, die zu den Schlittenhundefarmen außerhalb von Whitehorse fahren. Denn entweder sitzen sie dick eingepackt im Schlitten, oder sie stehen am Ende des Gespanns und geben Anweisungen. Homer, Yarrow, Yzerman, Cedar und Tasman sind aufgeregt, sie wollen hinaus auf den Takhini River, der nahe bei Whitehorse die Landschaft durchzieht. Dick zugefroren ist der Fluss, die meiste Zeit liegt er im Schatten. Doch das ist den Hunden egal. Sobald sie für ein Gespann ausgesucht werden, wollen sie nur noch eines: rennen.

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