Mittwoch, 19. Dezember 2018

Geheimtipp Friaul-Julisch Venetien Traumplätze in Nord-Italien - zwischen Bergen und Meer

Herrschaftlich: Die Säulenhalle Loggia del Lionello ist ein touristischer Anziehungspunkt in Udine

Friaul-Julisch Venetien (Italienisch: Friuli Venezia Giulia) sagt selbst vielen Italien-Urlaubern wenig. Dabei lohnt die Erkundung der autonomen Region östlich von Venedig, die lange zu Österreich gehörte und manchmal so wirkt, als habe sich daran nicht viel geändert. Eine Reise zwischen Bergen und Meer.

Udine: Luxus und Liebe

Udine liegt im Herzen des Friauls. Knapp 100.000 Menschen leben hier. Zwischen Anwaltskanzleien finden sich Luxusmode und Tabakfachgeschäfte, so dass man auch im gut 300 Kilometer entfernten Salzburg sein könnte. Aber der Eindruck trügt: Auf der Piazza San Giacomo toben Kinder, gut gekleidete Männer telefonieren mit ausschweifenden Gesten, Menschen stehen beisammen und trinken Feierabendwein, "tajut" genannt und nicht wegzudenken aus dem Alltag der Udineser. Auf die Rollläden eines Kiosks hat einer auf Italienisch gesprüht: "Die Liebe aufzugeben, ist schwieriger, als das Leben aufzugeben." Natürlich ist das Italien!

Piazza San Giacomo
Fabrice Gallina/PromoTurismo FVG/dpa-tmn
Piazza San Giacomo

An der Piazza Libertà könnte man gar denken, man sei in Venedig: Die elegante Säulenhalle Loggia del Lionello ist ein Höhepunkt der Stadt. Im Gegensatz zu dem Touristen-Hotspot 130 Kilometer südwestlich schiebt man sich aber nicht in Massen durch die Straßen.

Auch in den zahlreichen Museen steht man manchmal allein in den Räumen. Zu sehen gibt es etwa zeitgenössische Kunst in der Casa Cavazzini oder mehrere Ausstellungen im Schloss, das über der Stadt thront, von Archäologie bis Geschichte.

Im Schloss, gebaut im 16. Jahrhundert, erzählt ein Mitarbeiter, dass er das Friaul liebe, weil man schnell in den Bergen und am Meer sei. Und wegen des Essens. Die Küche ist bekannt für traditionelle Rezepte, Gnocchi kommen mit Entenragout, Risotto wird aus Gerste gekocht. Auf die Frage, was er am liebsten esse, sagt der Mann nun aber: "Kartoffeln!" Kartoffeln? Er nickt. "Und Pizza und Pasta!"

Udine ist sehenswert - und noch nicht von Touristen überlaufen
Fabrice Gallina/PromoTurismo FVG/dpa-tmn
Udine ist sehenswert - und noch nicht von Touristen überlaufen

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