Samstag, 26. Mai 2018

Herbst auf Mallorca Einsame Buchten und steile Wege

Herbst auf Mallorca: Wandern im Tramuntana-Gebirge
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TMN

Leichte Touren führen hoch hinauf, tief hinunter oder flach an Mallorcas Steilküste entlang. Am Ende locken Buchten mit mehr als 20 Grad Wassertemperatur. Das Tramuntana-Gebirge eignet sich bestens für einen Besuch im Herbst.

Banyalbufar - Es riecht nach Kiefern und trockenen Gräsern, der Blick streift über das weite Blau des Mittelmeers. Während der Wind den Schweiß auf der Stirn trocknet, geht es das letzte Stück des Alten Postweges hinab. Die schmale Asphaltstraße ist hier sehr steil, fast scheint sie im blauen Nichts zu münden.

Esel knabbern am Wegrand, unbeirrt von dem atemberaubenden Meerblick, Tomaten und Trauben reifen im Licht der untergehenden Sonne. Wer die letzten Meter hinter sich hat, taucht in der steinigen, geschützten Bucht von Banyalbufar ins Wasser.

Banyalbufar liegt an Mallorcas steiler Westküste. Die Landstraße Ma-10 durchzieht den gesamten, 90 Kilometer langen Tramuntana-Gebirgsrücken von Andratx bis Pollença. Die ersten Kilometer im Südwesten führen durch die verkohlten Reste des verheerenden Waldbrandes von Mitte August. Mehr als 2000 Hektar Fläche wurden damals zerstört. Fast tröstlich ist da der Blick auf das Meer, das auf der linken Seite beständig ruht.

Auf der rechten Seite sieht man einige der 54 Tausendergipfel, die die Tramuntana-Kette krönen. Ihre Hänge fallen immer wieder ins Wasser ab. Unzählige Buchten locken jetzt im Herbst mit milden 20 bis 24 Grad Wassertemperatur. Kaum ein Tourist verirrt sich um diese Jahreszeit an die kleinen Steinstrände von Estellencs, Banyalbufar, Port des Canonge oder Estaca. Und die Einheimischen sind nach dem langen Sommer zum Alltag zurückgekehrt.

Zwischen Steineichen und Erdbeerbäumen

Deshalb gehört die Serra de Tramuntana im Herbst den Wanderern. Auf ihren 1100 Quadratkilometern bietet die Gebirgskette fast alles, was Naturliebhaber brauchen. Die Unesco hat die Gipfel und Schluchten, Hänge und Buchten 2011 unter Schutz gestellt. Seitdem gibt es hier im Westen nicht viel Neues.

Pläne, die Verwaltung des Welterbes zu zentralisieren und neue Nutzungsmöglichkeiten auszuweisen, scheitern bislang am Geld und am politischen Konsens. Schließlich müssen sich 20 Gemeinden und zahlreiche private Grundbesitzer darüber einigen, wie man den Schutzstatus nutzen soll.

In Banyalbufar scheint die Zeit stillzustehen. Der Ort schmiegt sich mit seinen erdfarbenen Häusern an die Steilküste und findet kaum Platz zwischen Gebirge und Meer. Hier endet einer der ältesten Handelswege der Insel, der Alte Postweg aus dem frühen 15. Jahrhundert. Noch heute führt er von der Dorfkirche von Esporles rund acht Kilometer weit über den Sattel Coll d'es Pí.

Bei einer Wanderung auf dem Weg erleben Besucher die Vielfalt des Tramuntana-Gebirges: Anfangs, an der dem Meer abgewandten Gebirgsseite, geht man unter Steineichen und Erdbeerbäumen. Später wandert man vorbei an Gutshöfen, wo auf weitläufigen Ländereien Mandel-, Johannisbrot- und Olivenbäume wachsen.

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