Dienstag, 19. Juni 2018

Stromausfall macht Flüge unmöglich, Gebäude geräumt Flugverkehr in Hamburg komplett eingestellt

Zahlreiche Flugreisende warten während eines Stromausfalls vor dem Terminal 1 des Hamburg Airport.

Stundenlanger Stromausfall am Hamburger Flughafen: Statt ins Flugzeug zu steigen, hieß es für tausende Fluggäste am Sonntag warten - vergeblich. Der Flughafen blieb für den gesamten Sonntag dicht.

Nach stundenlangem Stromausfall hat der Hamburger Flughafen seinen Betrieb für den gesamten Sonntag eingestellt. Dazu sehe man sich gezwungen, teilte das Unternehmen auf Twitter mit. "Es ist nicht gelungen, den Fehler zu beheben." Tausende Passagiere hatten stundenlang teils vor dem Gebäude ausgeharrt, in der Hoffnung, doch noch abfliegen zu können. Von den Flugausfällen dürften nach Angaben des Flughafens mehr als 30.000 Passagiere betroffen gewesen sein. Ob am Montag wieder Starts und Landungen möglich sind, ist noch unsicher.

Nach der Ankündigung, dass keine Flüge mehr starten würden, machten sich am Nachmittag viele auf den Heimweg oder auf ins Hotel. Der Flughafen stellte auch Feldbetten auf. Eine 30-köpfige italienische Reisegruppe war noch unentschlossen, ob sie die Schlafgelegenheit nutzen sollte.

Für einen sicheren Flugbetrieb benötige der Flughafen eine redundante Stromversorgung, also eine Hauptversorgung nebst Notstromaggregaten, erläuterte Flughafen-Sprecherin Katja Bromm. Da es am Vormittag einen Kurzschluss in der Hauptstromversorgung gegeben habe, habe ein sicherer Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden können, ergänzte sie. Notstrom könne nur zur Überbrückung, aber nicht dauerhaft eingesetzt werden. Zur Ursache des Kurzschlusses machte sie keine Angaben.

Der Flughafen arbeite mit Hochdruck daran, "die Ursache des Kurzschlusses zu beheben und diese Ausnahmesituation für unsere Gäste so schnell wie möglich zu beenden", berichtete Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. Zunächst gab es keine Erklärungen dafür, warum der Flughafen so massiv getroffen wurde.

Nach dem Stromausfall konnten seit etwa 10 Uhr keine Flugzeuge mehr starten oder landen, teilte der Flughafen mit. Zuvor waren am Morgen noch 37 Starts und 24 Landungen abgewickelt worden. Am Hamburger Flughafen gibt es sonntags üblicherweise rund 200 Starts sowie 200 Landungen. Die Sprecherin wollte noch keine Prognose abgeben, ob der Flughafen am Montag seinen regulären Flugbetrieb wieder aufnehmen wird. Er ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland.

Nach dem Stromausfall war der Flughafen geräumt worden, hunderte Passagiere mussten sich zunächst vor dem Gebäude aufhalten. Der Ausfall traf zunächst das Terminal 2, es lag danach im Dunkeln. Dort hatten sich lange Schlangen vor den Schaltern gebildet. Die Passagiere wurden aufgefordert, ins Terminal 1 zu wechseln, wo zunächst noch die Klimaanlage funktionierte. Dann fiel auch dort der Strom aus.

Flugzeuge, die am Vormittag noch im Anflug auf Hamburg waren, wurden umgeleitet. Eine Sprecherin des Flughafens Hannover bestätigte, dass mehrere Maschinen statt in der Hansestadt in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet seien.

Die Informationslage für die Passagiere war anfangs offenkundig spärlich: Über die Lautsprecher habe es lediglich die Durchsage zum Verlassen des Terminals gegeben, aber keine Begründungen oder Auskünfte über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit, schilderte ein Augenzeuge. Auch die Flughafenschließung sei den Passagieren am Flughafen erst etwa eine halbe Stunde nach der Twitter-Mitteilung über Durchsagen kundgetan worden.

dpa-afx/mh

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