Mittwoch, 24. Januar 2018

Wie fit muss man für Expeditionsreisen sein? Die höchsten Gipfel der Erschöpfung

Expeditionsreisen: Natur und reichlich Entbehrung
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TMN

7000-Meter-Berge wie der Aconcagua in Südamerika erklimmt man nicht beim selbst organisierten Bergwandern. Dafür braucht man schon Veranstalter, die auf Expeditionsreisen spezialisiert sind - und es darf auch nicht jeder mit.

Allein das Wort lässt manche Augen glühen: Expedition. Es klingt nach Abenteuer und erinnert an die Zeit der großen Entdecker, die sich durch das Eis der Antarktis, die Wüste der Sahara oder den Dschungel des Amazonas schlugen. Durch Terra incognita, unbekanntes Land. Doch diese Tage sind vorbei, die Erde ist nahezu komplett erkundet und vermessen. In heutigen Zeiten stehen Expeditionen im Programm vieler kommerzieller Reiseveranstalter. Was sich hinter dem Begriff verbirgt, ist aber höchst unterschiedlich.

Was gilt als Expedition?

Die Expedition ist keine klar definierte Reiseform. Das zeigt sich beim Blick in die Kataloge der Veranstalter. Meier's Weltreisen etwa vermarktet eine normale Kanada-Rundreise ab Seattle als "Expedition Nordwest". Bei Wigwam ist die Expedition eine Aktivreise "für den abenteuerlich orientierten Reisenden", der Natur erleben will. Darunter fallen zum Beispiel Camping-Safaris in Afrika. Diamir bezeichnet solche Reisen dagegen lediglich als "Reisen mit Expeditionscharakter", durchaus zu abenteuerlichen Zielen wie Angola, Tschad und Turkmenistan.

"Bei kommerziellen Expeditionen reden wir im weitesten Sinne von aufwendigen Reisen zu mehr oder weniger nicht jedem zugänglichen Orten", sagt Alex Krapp von der Zeitschrift "Outdoor". Im engeren Sinn ist eine Expedition aber etwas sehr Spezielles: die Besteigung eines besonders hohen Berges.

Bei Diamir heißen diese Reisen deshalb explizit Bergexpeditionen. Beim DAV Summit Club ist die Expedition definiert als mehrtägige Unternehmung mit mehreren Hochlagern über 6000 Metern. "Das können technisch leichte Berge wie der Aconcagua sein, wo man noch nicht einmal Steigeisen braucht, oder technisch anspruchsvolle Gipfel wie die Ama Dablam im Himalaya", sagt Produktmanager Christoph Schnurr.

Entscheidend sind die Höhe und Zugänglichkeit des Gipfels. Der Kilimandscharo, mit 5895 Metern immerhin höchster Berg Afrikas, läuft beim DAV Summit Club lediglich als Hochtour und Zelt-Trekking. Und selbst manch einfacher Sechstausender in Südamerika ist noch keine Expedition.

Kilimandscharo: Der höchste Berg Afrikas misst zwar stolze 5895 Meter, aber deshalb ist ein Aufstieg noch keine Expedition.

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