Sonntag, 28. August 2016

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Emirates sortiert die First Class neu Weniger Duschen über den Wolken

Emirates: Luxus über den Wolken
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Emirates

Duschen in 10.000 Meter Höhe? Für die meisten wird das ohnehin ein Traum bleiben, aber auch für die, die es sich leisten könnten, wird es schwieriger - die Fluggesellschaft Emirates schafft auf einigen Routen im A380 die First Class ab. Ein Schritt, der sich eventuell rächen könnte.

Abrüstung in der Luxusklasse: Zum 1. Dezember führt Emirates auf ausgewählten Routen zum ersten Mal in einem Airbus A380 eine 2-Klassen-Konfiguration ein. Die First Class, bisher das Aushängeschild des A380 und im Fokus vieler Werbespots, auch dem aktuellen mit Jennifer Aniston, entfällt dabei. Es bleiben Economy und Business Class. Dabei werden insgesamt 615 Sitze verbaut, das ist Rekord für einen A380, davon lediglich 58 in Business Class. Nur zum Vergleich: Singapore Airlines hat im A380 nur 379 Sitze verbaut.

Die neue Konfiguration startet zum 1. Dezember auf den Routen zwischen Kopenhagen und Dubai sowie Bangkok und Dubai. Am 1. Januar 2016 kommen dann auch noch die Routen nach Kuala Lumpur und Manchester dazu. Natürlich ist dieser Schritt nicht als eine generelle Abkehr von der First Class zu verstehen, sie folgt hier mehr ökonomischen Gesichtspunkten, denn Emirates Flüge sind meist in der Economy Class ausgebucht. Zudem fokussiert sich auf einigen Routen das Interesse weniger auf das First Class Produkt.

Alexander Koenig
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    First Class & More
    Alexander Koenig ist Gründer und Geschäftsführer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), einem Reiseberatungsportal zur Optimierung von Kundenbindungsprogrammen von Airlines und Hotels. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig.
Ob es allerdings der richtige Schritt ist, ist zweifelhaft. Denn auf der eigenen Webseite verkauft Emirates den A380 als "A premium hotel in the sky". Mit der First Class ist das sicherlich richtig, so bietet diese neben den komfortablen First Class Suiten auch die Möglichkeit, ein großes Bad mit Dusche über den Wolken zu genießen.

Bettenburg statt "Hotel in the Sky"

Auch in der Business Class wird dank der mit der First Class geteilten On-Board-Lounge und bequemer Sitzkonfigurationen mit Lie-Flat-Sitzen ein Premiumprodukt geboten. Allerdings wirkt das Produkt hier bereits sehr standardisiert. Die Economy Class im A380 hingegen wirkt wie ein absolutes Massenprodukt. So gesehen wirkt der neue A380 in der 2-Klassen-Konfiguration eher wie eine Bettenburg in Cancun, um den Hotelvergleich weiterzuführen, wobei dummerweise in der Economy Class, und das sind jetzt fast 90 Prozent aller Sitze, ausgerechnet das Bett fehlt.

Generell kann man in den letzten Jahren bei Emirates eine relativ zu den Rivalen negative Entwicklung beobachten. Natürlich hat Emirates ein sehr attraktives Flugprodukt und die Airline boomt weiter, doch es werden gleichzeitig auch immer mehr Vorteile reduziert und gleichzeitig fehlt es im Vergleich zu Wettbewerbern an Innovationen.

Während Etihad die A380 Appartments und The Residence eingeführt hat, darüber hinaus auch neue Produkte im Dreamliner mit den Business Studios, während bei Qatar Airways gerade die neuen A350 Flieger ausgerollt werden und auch bei anderen Airlines wie zum Beispiel Finnair derzeit für Furore sorgen, während andere Airlines bis hin zu Singapore Airlines neue Premium Economy Class Produkte einführen, ist es bei Emirates seit Jahren vergleichsweise still geworden.

Emirates war am Anfang mit den A380 Pionier und lebt immer noch von diesem Glanz. Aber es kam eigentlich danach nichts mehr wirklich Neues. Dem eigenen Anspruch, das beste Produkt im Markt anzubieten, hinkt man in den weltweit stark beachteten Skytrax Rankings immer mehr hinterher.

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