Sonntag, 23. September 2018

Was die neuen Flugzeugmodelle Reisenden bringen So fliegen wir morgen

Wie wir fliegen werden: Das sind die Flugzeugmodelle der Zukunft
TMN / Boeing

Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus entwickeln ständig neue Modelle, zum Beispiel Ultra-Langstreckenflieger. Der große Trend der Zukunft sind aber kleine Flugzeuge für die Fernstrecke, zum Beispiel in die USA. Das bringt Flugreisenden einige Vorteile.

Als der Airbus A380 auf den Markt kam, war das eine Sensation: Ein durchgängig zweistöckiges Flugzeug - so groß, dass es nicht einmal auf allen Flughäfen landen kann. Mehr als 600 Passagiere fasst die Maschine in der Konfiguration von Emirates. Konkurrent ist die 747-8 von Boeing, der Jumbo.

In den kommenden Jahren sind derart neuartige Flugzeugmodelle jedoch nicht zu erwarten. Der Trend geht in eine andere Richtung: Kleinere Maschinen kommen für Fernflüge zum Einsatz, etwa über den Atlantik. Für Reisende könnte das zwei Dinge bedeuten: Sie müssen seltener umsteigen, und die Ticketpreise sinken tendenziell.

Doch zunächst der Status Quo: "Die riesigen Flugzeuge sind darauf ausgelegt, von Drehkreuz zu Drehkreuz zu fliegen", erklärt der Luftverkehrs-Experte Cord Schellenberg aus Hamburg. Kleine Zubringer-Maschinen bedienen die zentralen Hubs, wo die Passagiere auf die großen Flieger verteilt werden. In Deutschland sind das Frankfurt, München und Düsseldorf. Lufthansa etwa fliegt mit dem A380 in die USA, nach Singapur, Peking, Tokio und Hongkong. Natürlich kann man von den Drehkreuzen auch zu kleineren, regionalen Flughäfen fliegen - wodurch die Hubs zunehmend überlastet sind.

Lesen Sie auch: Dieses Elektroflugzeug peilt 1000 Kilometer Reichweite an

Doch in den vergangenen Jahren ist viel passiert. Damit hätten vor allem die Billigflieger zu tun, sagt Schellenberg. "Sie fliegen mit kleineren Flugzeugen zu kleineren Flughäfen." Diese sogenannten Point-to-Point-Verbindungen sind für viele interessant. Nürnberg - Mailand statt München - Rom, Karlsruhe/Baden-Baden - Thessaloniki statt Frankfurt - Athen: Die Anreise ist bequem, kein Umsteigen.

Genau dieses Konzept könnte nun auch auf Interkontinental-Strecken kommen. Die Maschinen der A320neo-Familie von Airbus und die Reihe 737 Max von Boeing werden nämlich so angepasst, dass sie es von Deutschland aus etwa an die Ostküste der USA schaffen. Norwegian fliegt ab Juli von Irland und Großbritannien aus über den Atlantik, zu Kampfpreisen. Billig fliegen auf der Langstrecke, das ist die Idee. Die Preise könnten purzeln, ein Urlaub in den USA dadurch deutlich günstiger werden.

Die neuen Maschinen schaffen die Transatlanik-Strecken sogar von Mitteleuropa aus. "So können auch kleinere Orte miteinander verbunden werden", sagt Johannes Reichmuth, Direktor des Instituts für Flughafenwesen und Luftverkehr am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Warum von Frankfurt oder Düsseldorf in die USA fliegen, wenn es auch von Hamburg, Bremen oder Hannover funktioniert?

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH