Samstag, 21. April 2018

Ski-Lounges in den Alpen Wo man in Österreichs Bergen am besten rumfläzen kann

Österreich: Die neue Hütten-Kultur
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TMN

Skifahrer kennen die schnelle Mittagspause in einem mehr oder weniger kantinenartigen Bergrestaurant. Pommes und Schnitzel, Spaghetti Bolognese, Mehlspeisen - zur Auswahl steht vor allem, was sättigt und Skifahrer glücklich macht. Doch in den vergangenen Jahren hat sich einiges getan auf Österreichs Bergen. Neben den Bergkantinen gibt es jetzt Lounges. Die sind cool, stylish, gemütlich, edel. Und die Speisekarte kann sich auch sehen lassen.

So wie in Serfaus, wo am Komperdell die erste Ski-Lounge Tirols eröffnet hat. Und das eigentlich aus Verlegenheit, wie Projektmanager Christof Schalber erzählt. "Man hatte die Adventure Night ins Leben gerufen, auf dem Hang gegenüber gab es jede Woche eine Riesenshow." Doch die Besucher mussten draußen stehen, auf 2000 Metern Höhe, im tiefsten Winter. "Das war vielen zu kalt, und so ist die Idee entstanden, hier eine gehobene Gastronomie einzurichten", berichtet er.

Direkt an der Tür entledigt man sich der Ski- oder Snowboard-Schuhe, die für die Dauer des Aufenthalts auf Heizungen ruhen. Die Füße steckt man indes in "Patschen", warmen Hausschuhen aus Filz. Damit geht es sich schon mal leichter in dem rundum verglasten Restaurant, in dem gemütliche Ledersessel und Sofas um einen lodernden Kamin gruppiert sind oder den Ausblick auf die Berge freigeben.

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Statt Schnitzel und Pommes gibt es hier Tatar vom gebeizten Kalbsfilet mit Wachtel-Spiegelei oder Carpaccio vom geräucherten Kabeljau mit Wasabi-Panna-Cotta und Shiso Purple. Und sein Essen muss natürlich auch niemand auf einem Tablett holen.

Zutaten aus der Region, Frisches und Außergewöhnliches haben sich auch andere Hütten in Tirol auf die Fahnen geschrieben, die zumeist in der Nähe von Liftanlagen liegen. So kommt man zwar als Skifahrer immer gut hin, aber auch Fußgänger oder Rodler sind nicht vom Angebot ausgeschlossen und können auf einen Latte Macchiato oder einen Cocktail auf den Berg kommen.

So wie in der "Wedelhütte" im Hochzillertal, die sich gleich in mehrere Bereiche teilt. "Wir haben die Hütte erst vor ein paar Jahren ganz neu gebaut", erzählt Initiator Manfred Kleiner. "Hütte" ist in diesem Fall allerdings eine echte Untertreibung - denn oben auf 2350 Metern ist alles vom Feinsten, vor allem in der Gourmetlounge im ersten Stock, in der Spezialitäten wie Dry Aged Beef auf der Karte stehen. Übernachten kann man auch auf der "Wedelhütte", elf Suiten hat der Hausherr eingerichtet. Allesamt sind sie mit viel Holz und Glas ausgestattet, der Blick geht in die umliegende Bergwelt.

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