Montag, 16. Juli 2018

Nobel-Skiort mit Drei-Sterne-Restaurant und Designer-Boutiquen In Courchevel ist das Skifahren fast Nebensache

Courchevel: Schickeria im Schnee
Fotos
David Andre/ Courchevel Tourisme/ TMN

Für viele ist Skifahren in Courchevel nur Nebensache - trotz des größten Skigebiets der Welt. Frankreichs Nobelskiort lockt mit Designer-Boutiquen, Edelhütten, Luxushotels und mehr Sternerestaurants als jeder andere Skiort.

In der Talstation der Verdons-Gondel hängt ein Werbeplakat für Megayachten. Schiffe in den Bergen? In Courchevel passt das zusammen. Der Skiort in den französischen Alpen hat zwar keinen Hafen, aber Gäste, die im Sommer gerne an der Côte d'Azur entlangschippern. Im Winter verwandeln sie Courchevel 1850 in eine Bühne der Eitelkeiten. Dann mutiert das Bergdorf im Department Savoie zum "St. Tropez der Alpen".

Courchevel 1850 ist das erste am Reißbrett entstandene Skiresort Frankreichs. Eröffnet wurde der Retortenort kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Statt Betonklötzen und Bettenburgen prägen Chalets und Luxushotels das Bild. Lifte und Skipisten verlaufen mitten durch die Wohngebiete. Man fällt praktisch vom Bett auf die Piste und kann auf Skiern bis vor die Haustür fahren.

Das Dorf wirkt wie die Kulisse eines Weihnachtsfilms, zumal der Auftritt einiger Gäste sehr an Schauspielerei erinnert. Allabendlich zelebrieren Gutbetuchte in den 20 Fünf-Sterne-Hotels, was sie für Savoir-vivre halten. Über Weihnachten dominieren Franzosen und Engländer, Mitte Januar kommen arabische Großfamilien, dazwischen überwiegen zum orthodoxen Weihnachtsfest die Russen. Spätestens dann werden Hotels wie das "Les Airelles", das mit seiner opulenten Farbenpracht an ein Märchenschloss erinnert, zur Showbühne.

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In Courchevels erstem Fünf-Sterne-Hotel stöckeln dann junge Damen in knappen Kleidchen auf 15 Zentimeter hohen Louboutin-Heels herum, verfolgt von den Blicken älterer Begleiter und dem Blitzlichtgewitter des Hausfotografen. Auf Skiern machen die meisten Damen keine so gute Figur, obwohl sie sich - sehr zur Freude der Skishop-Besitzer - in den Hotels eine komplett neue Ski-Montur zugelegt haben.

"Skifahren ist nicht für alle das Wichtigste hier", bestätigt Jean-Pierre Lerallu, Generaldirektor des "Les Airelles". Dabei bietet Courchevel als Teil der Trois Vallées ein grandioses Skigebiet. "Mit 162 Liften und rund 600 Pistenkilometern ist es das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt", betont Nathalie Faure-Bernod vom Tourismusverband Courchevel.

Allein Courchevel bietet schon genug Abwechslung und einen für die Klientel perfekten Mix. Zwei Drittel der Pisten sind leicht, rund 30 Prozent mittelschwer und nur 10 Prozent schwer. Dazu gehört das extrem steile Grand-Couloir am 2738 Meter hohen Saulire-Gipfel.

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