Mittwoch, 18. Juli 2018

Urlaub an der Costa de la Luz Chillen, wo James Bond Mojitos schlürfte

Costa de la Luz: Surferparadies, Entdeckerwiege, Filmkulisse
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Manuel Meyer/dpa-tmn

Die Strandbar, in der Pierce Brosnan als James Bond einen Mojito schlürfte, ist eigentlich ein Badehaus von 1926. Heute befindet sich in dem Gebäude das archäologische Unterwasserzentrum. Doch für den James-Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag" musste sich die südspanische Stadt Cádiz am Atlantik in Havanna verwandeln. Allzu schwierig war das nicht.

Die alte spanische Hafenfestung Castillo de Santa Catalina von 1554 könnte so auch in Kubas Hauptstadt stehen. Darüber hinaus wurden ein paar Straßenschilder abgehängt, Oldtimer herbeigeschafft und Statisten engagiert. Die Fischerboote, die an der Costa de la Luz ankern, passten ohnehin zur Kulisse.

Die Verbindungen zwischen beiden Städten lässt sich historisch erklären: "Cádiz wurde im 16. Jahrhundert vollständig von Piraten zerstört und zeitgleich mit vielen spanischen Kolonialstädten wiedererrichtet", sagt Juan Ramón Ramírez Delgado, Archäologe und Direktor der Städtischen Museen. "Außerdem gab es zur Kolonialzeit eine wichtige Seeverbindung zwischen beiden Hafenstädten, weshalb Cádiz und Havanna sich architektonisch sehr ähneln."

Dabei ist Cádiz eigentlich viel älter. Die Stadt wurde schon 1104 vor Christus nach dem Ende des Trojanischen Krieges unter dem Namen Gadir von den Phöniziern gegründet. Römer, Griechen, Hannibal, die Könige der Mauren, Napoleon und englische Piraten waren sich ebenfalls der strategischen Lage von Cádiz auf der Landzunge am Atlantik bewusst. Davon zeugen heute noch eindrucksvolle Ausgrabungsstätten im Bischofspalast mit phönizischen Grabstätten, römische Amphitheater, uralte Stadtmauern und mittelalterliche Paläste und Festungen.

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Besondere Bedeutung erlangten Cádiz und die Costa de la Luz allerdings zur Zeit der Entdeckung Amerikas. Das kleine, im 13. Jahrhundert gegründete Franziskanerkloster La Rábida bei Palos de la Frontera änderte den Lauf der Geschichte. Das verschlafene Örtchen liegt in der Provinz Huelva nördlich von Cádiz. Die spanischen Könige ließen dort für Christoph Kolumbus die drei Segelschiffe "Santa María", "La Pinta" und "La Niña" bauen, um einen Seeweg nach Indien zu finden. Die Costa de la Luz war Ausgangspunkt für die Entdeckung Amerikas.

Vorher aber mussten die Könige Spanien von den Mauren zurückerobern. Sie legten das Projekt auf Eis. Kolumbus zog sich ins Kloster zurück, bereitete monatelang seine Entdeckungsreise vor. Prior Juan Pérez, Beichtvater von Königin Isabel, konnte das Königshaus schließlich überzeugen, Kolumbus doch noch auf Reisen zu schicken. Der Entdecker stach am 3. August 1492 in See. An jene Zeit erinnern heute Seekarten und Gemälde, die in dem sehenswerten Kloster im Mudéjarstil ausgestellt sind. Aus einigen Fenstern kann man die Nachbildungen der drei Karavellen sehen.

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