Freitag, 22. September 2017

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Vom Fußballclub zum Allround-Talent Borussia Mönchengladbach baut eigenes Stadionhotel

Borussia Mönchengladbach: Fußballclub mit eigenem Stadionhotel
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Borussia Mönchengladbach

Viele Wege führen zum Fan - Borussia Mönchengladbach hat einen gefunden. Für rund 31 Millionen Euro lässt der Bundesligist direkt neben dem clubeigenen Stadion einen Neubau entstehen.

Die Architektur des geplanten Neubaus von Borussia Mönchengladbach erscheint unspektakulär. Vielmehr sollen die sogenannte "Erlebniswelt", die Exponate aus der Geschichte und aus der aktuellen Zeit des Bundesligisten präsentiert, für Furore sorgen. Es versteht sich von selbst, dass auch der Fanshop hier untergebracht wird. Nur wenige Meter davon entfernt soll in einer der oberen Etagen zudem die Club-Verwaltung ihren Platz finden, darüber hinaus sind Arztpraxen, auch die der Mannschaftsärzte, sowie ein Reha- und Fitnesszentrum geplant.

Herzstück ist aber sicherlich ein Vier-Sterne-Hotel mit 131 Zimmern, das von der H-Hotel-Gruppe aus Bad Arolsen betrieben werden soll. Damit geht Borussia Mönchengladbach einen in Deutschland noch weitgehend neuen Weg, sich als Hotelverpächter zu verdingen. Ursprünglich wollte der Verein das Hotel in die Obhut der Gruppe Lindner geben, die auch schon das Stadionhotel in Leverkusen betreibt, doch suchte der Club eine Betreibergesellschaft für das gesamte Gebäude und hat sich dann umentschieden.

"Mit dem Neubau wollen wir den Fans noch mehr Borussia bieten als bisher", meint Vfl-Präsident Rolf Königs bei der Präsentation der Pläne rund um das Borussia-Mönchengladbach-Stadion. "Wir werden damit Geld verdienen", unterstreicht Vereins-Geschäftsführer Stephan Schippers. Geplant sind zusätzliche Veranstaltungen, Tagungen und Konferenzen.

Die Preise pro Übernachtung sollen bei 75 Euro anfangen. Dass die Zimmer borussia-affin eingerichtet sind, wie Schippers erklärt, ist dabei selbstredend. Im Musterzimmer, das bei der Präsentation gezeigt wurde, prangt ein riesiges Porträt des ehemaligen Gladbach-Spielers Günter Netzer an der Wand. Übernachtungen könnten künftig mit VIP- und medizinischen Relax-Programmen kombiniert werden, heißt es.

Der geplante Neubau entsteht an der Westtribüne. Hier sollen laut Medienberichten auch noch weitere VIP-Plätze angeboten werden. Ein Foyer soll schließlich den Neubau mit dem Stadion verbinden und auch als dessen zentraler Zugang dienen. Von einem "großen Schritt" spricht Sportdirektor Max Eberl. Der direkte Blick auf das Spielfeld vom Hotel aus, wie es im Hotel Lindner in Leverkusen gelungen ist, bleibt den Gästen jedoch offenbar verwehrt.

Zehn Millionen Euro will der Club zum Bau aus Eigenmitteln zahlen, die restlichen 21 Millionen sollen über Bankendarlehen bei der Postbank finanziert werden. Entworfen wurde das Gebäude von dem Düsseldorfer Architekturbüro SOP Architekten, die auch die Erweiterung des Düsseldorfer Flughafenterminals, die Esprit Arena in Düsseldorf sowie ein Fußballstadion in Polen gebaut haben.

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