Mittwoch, 22. November 2017

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Insolvenz von Air Berlins Meilenprogramm Topbonus Worauf Vielflieger jetzt noch hoffen können

Jetzt ist auch Topbonus, das Vielfliegerprogramm von Air Berlin, insolvent. Welche Folgen ergeben sich für Meilen und Vielfliegerstatus?

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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner neuen Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Nun hat also auch Topbonus, das Vielfliegerprogramm von Air Berlin, Insolvenz angemeldet. Hintergrund ist wohl der, dass Air Berlin für von Topbonus bereit gestellte Meilen immer erst dann bezahlt hat, wenn diese eingelöst wurden. So haben sich bei Topbonus offenbar riesige Forderungen aufgebaut.

Da Air Berlin jedoch kein Geld mehr hat, sind diese unwiederbringlich verloren. Laut Topbonus haben Kunden weiterhin Zugang auf ihre Accounts und können den Meilenstand abrufen, aber das Sammeln und Einlösen der Meilen ist weiterhin ausgesetzt.

Die Frage ist jetzt: Was passiert mit den Meilen? Am wahrscheinlichsten scheint es zu sein, dass diese wertlos werden. Eine andere Option wäre, dass Etihad einen Übertrag der Meilen zu einem bestimmten Umrechnungskurs in das Etihad Guest Vielfliegerprogramm anbietet. Das wäre aber lediglich eine Überlegung, um die Marke Etihad im deutschen Markt nicht weiter negativ zu belasten. Es würde einen gewissen Goodwill zeigen und die meisten neuen Etihad Guest Kunden würden ihre Meilen dort vermutlich gar nicht einlösen - also auch keine Kosten verursachen. Wenn allerdings nur knallhart durchkalkuliert wird, dann ist es unwahrscheinlich, dass sich Etihad Verbindlichkeiten - und solche stellen Meilen gegenüber den Kunden dar - aufbürdet.

Bei der aktuellen Pleite ist ein Aspekt jedoch weniger im allgemeinen Fokus: Neben den Meilen gibt es auch das Vielfliegerstatuslevel, welches man bei Topbonus hat. Es gibt den Silver, Gold und Platinum Status. Und hier hat die Vergangenheit bei Pleiten anderer Airlines gezeigt, dass sich normalerweise einige Airlines finden, die versuchen, die Kunden abzuwerben mit entsprechenden Status-Matching Angeboten.

Das ist für fleißige Meilensammler nur ein kleiner Trost - aber immerhin würde ihnen in diesem Fall ein vergleichbarer Vielfliegerstatus im eigenen Vielfliegerprogramm der jeweiligen Airline angeboten. Denn Vielflieger sind sehr wertvolle Kunden, die jede Airline gerne im Portfolio hat.

So gesehen sind Status Matches bei Lufthansa, bei Etihad, vielleicht auch bei Carriern wie British Airways gar nicht so unwahrscheinlich. So fliegt beispielsweise British Airways auch sehr viele Ziele in Europa an und zudem auch die beiden Hauptlangstreckenziele von Airberlin: Nämlich die USA und die Karibik. Auch wenn sich meilentechnisch die Aussichten leider dramatisch verdüstert haben, bleibt dieser Aspekt spannend.

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