Dienstag, 19. März 2019

Katalonien Ans Meer und in die Berge

5. Teil: Alpine Landschaft auf kleinstem Raum

Nationalpark: Die Pyrenäen bieten alpine Landschaft im Feinsten. Der Nacional d'Aigüestortes i Estany de Sant Maurici liegt dicht hinter der Grenze zu Frankreich.

Das naturgebliebene Wunderwerk heißt - Vorsicht, Zungenbrecher - Parc Nacional d'Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Dicht unter der Grenze zu Frankreich liegt es. "Unser Park ist die beste alpine Landschaft auf kleinstem Raum, die es gibt!", sagt Josep Maria Rispa stolz, und keinesfalls wagt man, ihm zu widersprechen. Immerhin arbeitet Senor Rispa seit 20 Jahren als Ranger hier im imposanten Hochgebirge der Pyrenäen. Über 20 Kilometer von Osten nach Westen und neun Kilometer von Norden nach Süden erstreckt sich der einzige Nationalpark Kataloniens auf 408 Quadratkilometern.

Schon der Name verrät seine Besonderheiten: Estany ist das katalanische Wort für Seen und Aigüestortes heißt so viel wie gewundene Flüsse. Von ersteren gibt es mehr als 200 im Park, Bäche und Wasserfälle sieht man überall.

Vor über 200 Millionen Jahren ist das Gebiet aus Gletscherbewegungen entstanden. Seit 1955 zählen die Seen, die schneebedeckten Granit-Gipfel, die unzähligen Täler, klaren Flüsse und grünen Wälder in der Provinz Lleida zum geschützten Areal. Eine Wildnis, in der seltene Bartgeier ihre Runden ziehen und halbwilde Pferde über die Wiesen traben. Was liebt Ranger Rispa hier besonders? "Dieser Park ist wie ein Miniatur-Mix aus Yellowstone, Kanada und den Alpen." Die höchsten Gipfel links und rechts der zwei Täler des Parks messen über 3000 Meter. "Vor diesen Bergen sollte man Respekt haben, hier schneit es schon mal mitten im Sommer", betont Rispa.

Doch niemand muss so hoch hinaus, um die Schönheiten der Landschaften zu entdecken. Seinen Privatwagen lässt man am Parkeingang stehen, und dann geht es zu Fuß weiter. Eine leichte Wanderung startet am Rande des schmalen Tales Vall de Boi, das für seine außergewöhnlichen romanischen Kirchen bekannt ist. Von der letzten Sammeltaxi-Station dauert der Marsch zum 2000 Meter hoch gelegenen See Llebreta gute 90 Minuten.

Für Geübte lohnt die Strecke vom See Llong bis zum See Llebreta. Mit viel Glück kreuzen hier auch ein paar Otter den Weg. "Der See Llebreta ist das Herz des Parks", erzählt Rispa. "Es scheint, als würde er zwei verschiedene Welten verbinden: den Westen mit dem rauen Atlantik-Klima und den Osten mit der milderen Mittelmeer- Brise." Dann schweigt der Ranger lange - so, als würde ihm dieses Bild noch immer die Sprache verschlagen.

Weitere Infos zum Parc Nacional d’Aigüestortes i Estany de Sant Maurici
Infos
Park-Infos unter: vallboi.cat, reddeparquesnacionales.mma.es/parques

Gute Ausgangsorte für die Erkundung des Nationalparks sind Espot (Pallars Sobirà) und Boí (Alta Ribagorça). Es gibt mehr als 20 ausgeschilderte Wege. Durch den Park fahren Sammeltaxen, Ticket ca. 8 €.
Gut Essen
Im Dorf Taüll liegt das Restaurant "El Caliu" mit besten Aussichten und herrlich deftiger Küche. Carrer Feixanes, 11 (Carretera Pistes), 25528 Taüll, Tel. +34 973 696212, elcaliutaull.com
Gut Schlafen
Hostal Rural Santa Maria
Das gemütliche Hostal ist für Wanderungen in den Nationalpark ein guter Ausgangspunkt. Das Skigebiet Boí-Taüll liegt ebenfalls nicht weit entfernt. Die fünf Zimmer sind mit antiken Möbeln und gusseisernen Betten eingerichtet. Besitzer Alex sorgt zudem immer für ein offenes Feuer im Kamin.
(Apartments ab ca. 54 €, DZ ab ca. 82 €, Cap del Riu, 3, 25528 Taüll, Vall de Boí, Lleida,Tel. +34 973 696170, taull.com).

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