Montag, 18. März 2019

Katalonien Ans Meer und in die Berge

4. Teil: Die drei K's von Girona

Girona: Enge Gasse und bunt getünchte Häuser laden zum ausgelassenen Bummel durch die Provinzstadt ein.
"Küss den Hintern der Löwin, wenn du wiederkommen willst", sagen die Gironiner gern und schicken unwissende Fremde zum Plaça Sant Feliu. Dort schmückt besagtes Hinterteil der besagten Raubkatze eine hohe Steinsäule. Ersterem drückt man dann einen Knutscher auf - damit das bequem geht, haben die Stadtväter eine Art Treppe angebracht - und kann (angeblich) sicher sein: Ich komme zurück in diese schöne Stadt.

Girona ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, circa 103 Kilometer nördlich von Barcelona und knapp 30 Kilometer von der Küste entfernt gelegen. Diese Stadt ist "grau und dunkel", schrieb 1905 der Dichter Josep Carner nicht gerade freundlich. Heute hätte er Unrecht. Die Häuser entlang des Flusses Onyar sind längst bunt getüncht. In der Altstadt findet man rund um die Rambla de la Llibertat Boutiquen, Cafés und Restaurants. Ein enges Gewirr aus Gassen, steil ansteigende Kopfsteinpflasterstraßen, römische und mittelalterliche Bauten und Mauern - jeder Stein scheint hier ein Stück Geschichte zu erzählen.

Das ehemalige Judenviertel El Call ist ein einziges Labyrinth aus engen Treppenwegen. Die stolze Kathedrale Santa Maria thront über allem. Sie ist nur über 90 Stufen zu erreichen und besitzt das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt. 51 Meter Länge, 34 Meter Höhe und fast 23 Meter Breite - alles ohne eine stützende Pfeilerkonstruktion. Das sei technisch nicht machbar, meinte die Mehrzahl der Baumeister im 15. Jahrhundert. Doch das Unmögliche hält bis heute.

Die geschäftige Hauptgasse der Alt- stadt mit dem Namen Carrer de la Força (Straße der Stärke) erinnert an den besonderen Widerstandswillen ihrer Bürger. Dort gehen mitunter merkwürdige Dinge vor sich. Ein Mann läuft als Napoleon verkleidet durch die Gassen. Er heißt José und posiert gern für ein Erinnerungsfoto. Warum er als französischer Feldherr durch die Altstadt promeniert? "Weil es Spaß macht und ich stolz auf unsere Historie bin. Schließlich haben wir den Truppen Napoleons 1809 sieben Monate lang getrotzt."

Die günstige Lage an der römischen Heeres- und Handelsstraße Via Augusta machte Girona durch die Jahrhunderte zu einem begehrten Ziel. Und auch heute noch wird "die Unsterbliche", wie die rund 96.000 Einwohner ihre Stadt gern nennen, dafür heiß geliebt.

Weitere Infos zum Parc Nacional d’Aigüestortes i Estany de Sant Maurici
Infos
Park-Infos unter: vallboi.cat, reddeparquesnacionales.mma.es/parques

Gute Ausgangsorte für die Erkundung des Nationalparks sind Espot (Pallars Sobirà) und Boí (Alta Ribagorça). Es gibt mehr als 20 ausgeschilderte Wege. Durch den Park fahren Sammeltaxen, Ticket ca. 8 €.
Gut Essen
Im Dorf Taüll liegt das Restaurant "El Caliu" mit besten Aussichten und herrlich deftiger Küche. Carrer Feixanes, 11 (Carretera Pistes), 25528 Taüll, Tel. +34 973 696212, elcaliutaull.com
Gut Schlafen
Hostal Rural Santa Maria
Das gemütliche Hostal ist für Wanderungen in den Nationalpark ein guter Ausgangspunkt. Das Skigebiet Boí-Taüll liegt ebenfalls nicht weit entfernt. Die fünf Zimmer sind mit antiken Möbeln und gusseisernen Betten eingerichtet. Besitzer Alex sorgt zudem immer für ein offenes Feuer im Kamin.
(Apartments ab ca. 54 €, DZ ab ca. 82 €, Cap del Riu, 3, 25528 Taüll, Vall de Boí, Lleida,Tel. +34 973 696170, taull.com).

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