Mittwoch, 2. September 2015

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Hongkong Shoppen, Schauen, Staunen 

Hongkong: Leben zwischen Hochhausschluchten
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TMN

Seit 1997 gehört Hongkong wieder zu China. Doch die langjährige britische Herrschaft ist bis heute zu spüren: Westliche und östliche Einflüsse verschmelzen miteinander. Das zeigt sich nicht nur beim Shopping.

Hongkong - Suchen muss man auf dem Ladies Market nicht. Ausgefallene Mitbringsel fallen einem auf dem belebten Straßenmarkt in Hongkong fast von allein in den Schoß: kleine ferngesteuerte Autos in der Dose, Perücken in Pink, Orange, Weiß und Grün, Poster von Bruce Lee, Badetücher mit dem Konterfei von Hello Kitty, USB-Sticks getarnt als Super Mario oder Tom & Jerry, seidig schimmernde Kleider mit chinesischen Ornamenten, neonfarbene Handytaschen oder Armbanduhren. Die Auslagen der dicht gedrängten kleinen Stände gönnen den Augen keine Pause.

Nur eine Straße weiter reiht sich ein hell beleuchtetes Geschäft an das andere. Fast unendlich viele bunte Schilder mit chinesischen Schriftzeichen hängen über der Straße. In den Schaufenstern stehen die neuesten Turnschuhmodelle der großen Markenhersteller. In der anderen Richtung haben sich die Elektronikhändler angesiedelt und bieten Smartphones, Computer, Tablets oder Kameras an. Ein wahres Schnäppchen-Paradies. "Wer hier den verlangten Preis bezahlt, ist selber schuld", sagt Fremdenführerin Wing Lau. Denn Handeln gehört in Hongkong dazu.

Ohnehin bietet die Millionenmetropole am südchinesischen Meer ein schier unendlich erscheinendes Warenangebot. Über das ganze Stadtgebiet verteilen sich zahlreiche bunte, traditionelle Märkte, kleine Geschäfte und auf Hochglanz polierte Einkaufszentren wie das "1881 Heritage" - das frühere Hauptquartier der Marine-Polizei. Kaum eine Straße in Kowloon oder Hongkong Island, in der nicht irgendetwas verkauft wird: chinesische Kräuter, frische Fische in gekühlten Plastikkisten, teure Polohemden oder goldene Uhren.

Einkaufen ist Teil der Kultur

Das üppige Angebot ist allerdings nicht nur für die jährlich über 30 Millionen Touristen gedacht, die die ehemalige britische Kolonie besuchen. "Einkaufen ist Teil unserer Kultur", erklärt Mandy Soh, Marketing Managerin des Hotels "Icon". Nach dem Feierabend noch ein wenig durch die Straßen zu bummeln, gehöre für viele Bewohner der heutigen Sonderverwaltungszone einfach dazu. Und Fremdenführerin Wing ergänzt mit einem Lächeln: "Manche Feiertage werden nur als Ausrede benutzt, um wieder einkaufen gehen zu können."

Bei all dem lebhaften Trubel - an vielen Stellen finden sich auch stille Rückzugsorte. Zum Beispiel im Hongkong Park im Central District auf Hongkong Island. Ein plätschernder Brunnen hält hier den Lärm der Straßen fern. Ohne das fröhliche Geplapper der Schulkinder, die nach Schulschluss in ihren Uniformen durch den Park ziehen, wäre es fast ruhig. Im großen, künstlich angelegten Teich ziehen bunte Fische ihre Bahnen. Doch trotz der üppigen Vegetation vergisst man die Großstadt nie. Denn hinter dem satten Grün der Bäume recken sich die verglasten Wolkenkratzer in den blauen Himmel.

Ruhige Tempelanlagen

Rückzugsräume bieten auch die vielen buddhistischen oder taoistischen Tempel. Zum Beispiel der Man-Mo-Tempel an der Hollywood Road auf Hongkong Island. Wer durch das üppig verzierte rot-goldene Portal schreitet, tritt in eine andere Welt: Von der Decke in dem schummrig beleuchteten Raum hängen Kegel, an deren Ende rote Zettel baumeln. Auf diesen Zetteln, die von den Tempelwächtern aufgehängt wurden, haben Besucher ihre Wünsche geschrieben. "Geht der Wunsch in Erfüllung, muss man wieder kommen und sich bedanken", erklärt Wing. Verkauft werden die roten Zettel an einem Tresen in der Ecke des großen Hauptraumes.

Gegen eine kleine Spende gibt es hier auch Räucherstäbchen, die in Bündeln in verschiedenen Größen zu haben sind. Zu hunderten stecken die glimmenden Stangen in großen, mit Sand gefüllten goldenen Schalen. Der herb würzige Qualm liegt schwer in der Luft. Vor den bunt gekleideten Figuren der Gottheiten auf dem Altar an der Stirnseite des Raumes wurden Opfergaben aus Obst aufgetürmt. Gläubige stehen mit gefalteten Händen und geschlossenen Augen davor und beten, während draußen auf der Straße das Leben pulsiert.

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