Samstag, 1. August 2015

Alle Artikel und Hintergründe

Java Die Tempelanlagen von Prambanan und Borobodur

Java: Die Tempel Prambanan und Borobodur
Fotos
TMN

Stille Andacht und ungezählte Handykameras: Zwei der bedeutendsten Tempel Asiens liegen in enger Nachbarschaft auf der indonesischen Insel Java. Besucher aus dem Westen sind dort eine oft fotografierte Attraktion.

Yogyakarta - Yogyakarta ist das kulturelle Zentrum der indonesischen Hauptinsel Java. In einer Entfernung von 20 und 40 Kilometern liegen gleich zwei der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes: die Tempel Borobodur und Prambanan. In der größten muslimischen Nation der Welt zeugen sie inzwischen von der religiösen Vergangenheit.

Prambanan ist der Hindu-Gottheit Shiva gewidmet, der Borobodur ist der größte buddhistische Tempel des Inselreiches. Beide gehören zum Weltkulturerbe der Unesco, beide sind Anziehungspunkte für Touristen, und beide sind damit wichtige Wirtschaftsfaktoren für die Region. Viele Besucher beginnen ihre Indonesien-Reise in Yogyakarta.

Das quirlige Yogyakarta bietet einen Sultanstempel, mehrere Museen und das geschäftige Leben einer asiatischen Stadt. Kleine Restaurants (Warung) sind beliebt, rund 25.000 Rupien (etwa zwei Euro) kostet ein Essen in einem einfachen Straßenrestaurant.

Auf zu den Tempeln

Wer nicht selbst laufen möchte, nimmt eines der zahlreichen Becacs - eine Art Fahrrad-Rikscha auf drei Rädern. Zwei Gäste werden darauf von einem Fahrer durch die Straßen kutschiert. Die Fahrt ist kein Ausdruck westlicher Arroganz - für die Einheimischen ist ein Becac ein günstiges Taxi. Trotz des Gewimmels von Motorrädern, Rikschas und Autos kommt es kaum zu Unfällen. Zahlreiche Hotels und Reiseveranstalter organisieren Fahrten zu den Tempeln.

Der Weg führt zunächst zum Prambanan-Komplex. Dort fallen sofort die drei riesigen Türme des Lara-Jonggrang-Tempels ins Auge. Der höchste misst 47 Meter. Die Anlage entstand im 9. und 10. Jahrhundert. Mutmaßlich, so erklären die Archäologen, wurde die Anlage von einem König namens Dhaksa erbaut. Sie diente der Verehrung des Hindu-Gottes Shiva. Inzwischen sind mehr als 90 Prozent der Indonesier Muslime, damit zeugt der größte Shiva-Tempel des Landes von einem im Inselreich fast vollends untergegangenen Glauben.

Religiöse Szenen

Die Anlage ist als Viereck angelegt, umgeben von Mauern und vier großen Toren. Auf der höchsten der davon umschlossenen Terrassen liegen die drei hohen Tempel für Shiva, Vishnu und Brama. Auf einer etwas niedrigeren Ebene finden sich drei weitere, kleinere Tempel. Einige sind zugänglich, andere werden gerade restauriert - die Konservatoren sperren von Zeit zu Zeit jeweils andere Bereiche. Zahlreiche in den Stein getriebene Reliefs zeigen religiöse Szenen und Symbole.

Auf dem mehrere Hektar großen Gelände finden sich noch weitere Anlagen, Hauptattraktion für ausländische und einheimische Touristen und die vielen Schulklassen ist aber Lara Jonggrang. Auf dessen steilen Treppenstufen werden die ausländischen Besucher immer wieder von den Einheimischen gebeten, für ein Foto zu posieren. Handykameras werden gezückt.

Wiederaufbau seit den 1930er Jahren

Mit dem Erhalt der Anlage haben die Experten viel zu tun, ausländische Fachleute helfen dabei. Der Boden wird auf seine Standfestigkeit und Zusammensetzung geprüft. Viele der Tempel und umliegenden Schreine lagen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Trümmern, die ehemalige Kolonialmacht Niederlande begann um 1930 mit dem Wiederaufbau. Später half die Unesco. Seit 1951 ist die Hauptarbeit erledigt.

Vergilbte Schwarzweiß-Bilder aus der Zeit davor zeigen ein wüstes Durcheinander der Gesteinsbrocken. In Sichtweite erhebt sich der Vulkan Merapi, der zu den aktivsten der rund 35 Vulkane Javas gehört.

Nach der Rückkehr von dem Rundgang erwartet den Besucher vor dem Ausgang eine große Zahl von Souvenirläden. Dort wird wie so oft vieles feilgeboten, was weder mit den Tempel noch mit der Region oder Java überhaupt zu tun hat. Billiger Plastikramsch überwiegt. Die kulinarische Versorgung der Besucher übernehmen unter anderem zahlreiche Fünf-Beine: So heißen die rollenden Verkaufsstände für allerlei Speisen - zwei Räder, die zwei Beine des Verkäufers und ein Ständer am Gefährt.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH