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28.01.2013
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Lagunenstadt El Gouna
Irgendwie irreal

El Gouna: Die künstliche Lagunenstadt
Fotos
TMN

Im ägyptischen Badeort El Gouna ist in den vergangenen 23 Jahren eine künstliche Lagunenstadt entstanden. Tauchen, Kite-Surfen, Sonnenbaden, Alkoholausschank. Viele Urlauber genießen die Annehmlichkeiten. Anderen dagegen fehlt das landestypische Flair.

El Gouna - Schicke Motorjachten liegen im Hafenbecken, auf den weißen Matratzen am Pool räkeln sich die Urlauber in der Sonne, und am Himmel tummeln sich die Segel der Kite-Surfer. Der ägyptische Ort El Gouna am Roten Meer bietet auf den ersten Blick alles, was das Urlauberherz begehrt: Luxushotels, trendige Restaurants, einen Golfplatz, Tauchschulen, Diskotheken, Boutiquen und natürlich Wasser, Strand und Sonne satt.

Vor allem bei jüngeren Touristen kommt El Gouna als Sport- und Partydestination gut an. "El Gouna hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Kite-Mekka entwickelt", erklärt Stefanie Moormann, Marketing Managerin in El Gouna. Vielleicht spielt es für die feierfreudige Klientel aber auch eine Rolle, dass in El Gouna überall Alkohol ausgeschenkt wird, was im muslimischen Ägypten außerhalb der Hotelanlagen eher unüblich ist.

Und trotzdem: Wer zum ersten Mal in die Lagunenstadt kommt, ist erst einmal verblüfft: Die ganze Stadt erscheint irgendwie irreal. Viel zu sauber, kaum Verkehr, kaum einheimische Bewohner. Der nubische Baustil der Gebäude wirkt wie aus einem Guss, und das Angebot aus indischen, thailändische, italienischen und französischen Restaurants anfangs befremdlich. Wollte man nicht eigentlich nach Ägypten? Dem Besucher kommt die Stadt 22 Kilometer vor den Toren von Hurghada vor wie ein europäischer Freizeitpark, bis hin zu den Abfallbehältern, bei denen der Müll fein säuberlich getrennt wird.

El Gouna ist im Prinzip eine Privatstadt

Und ganz verkehrt ist der Eindruck nicht, denn El Gouna ist im Prinzip eine Privatstadt, ein gigantisches Immobilienprojekt des ägyptischen Milliardärs Samih Sawiris. 1989 war das heutige Stadtgebiet noch staubige Wüste und unbesiedelt. Seither ist in mehreren Bauabschnitten eine Retortenstadt mit knapp 3000 Hotelzimmern entstanden, die vor allem bei den deutschen Urlaubern unter den jährlich 230 000 Touristen beliebt ist. "Der deutsche Markt ist weiter unheimlich wichtig für uns. 17 Prozent unserer Gäste im ersten Halbjahr 2012 kamen aus Deutschland", sagt Stefanie Moormann. Im Gegensatz zum hektischen Nachbarn Hurghada wirkt El Gouna beschaulich und ruhig. Aber eben auch künstlich.

Kritiker geben zu bedenken, dass El Gouna keine authentisch-ägyptische Atmosphäre bietet. Dafür gibt es aber auch nicht all die Probleme, die man in dem riesigen Land nun einmal vermutet: mangelnde Sicherheit, schlechte Hygiene, Armut. Tom Happel, der deutsche Besitzer einer Tauchschule in El Gouna hält das für pauschale Vorurteile. Schließlich sei Ägypten sehr unterschiedlich, je nachdem ob man in Kairo, am Roten Meer oder in den Orten am Nil Urlaub mache.

Er lebt seit 1997 in El Gouna, und für ihn überwiegen eindeutig die Vorteile: "Die Touristen kommen bei uns nicht ohne Grund zu 80 Prozent wieder. Das liegt auch an der Sicherheit und an der Unaufdringlichkeit der Verkäufer." Diese Zurückhaltung sei von den Stadtoberen so angeordnet worden. "Die meisten Urlauber empfinden das als sehr angenehm", erklärt der 50-Jährige.

Zumindest für Besucher, die sich Ägypten erst einmal sanft nähern wollen zu, ist der Einstieg in El Gouna gut geeignet. Bunte Motorrad-Taxis bringen die Gäste für umgerechnet 50 Cent durch die Stadt. Und wem am Ende doch ein bisschen Abenteuer oder arabisches Flair fehlt, unternimmt entweder mit dem Jeep oder einem Quad einen Ausflug in die nahe gelegene Wüste oder kauft auf dem Basar in El Gouna die klassischen Mitbringsel wie Teppiche, Wasserpfeifen oder Schmuck: Richtig Feilschen kann man auch dort.

Christoph Strotmann, dpa

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