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06.01.2013
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Skiurlaub in Spanien
Sushi-Iglu und Sekt-Jurte

Formigal: Skiurlaub in Spanien
Fotos
TMN

Skier aus Eschenholz, Baskenmütze statt Helm: So sahen die Anfänge des Wintersports in den Pyrenäen aus. Ein idyllisches Bergdorf gilt als Wiege des Skilaufs auf der Iberischen Halbinsel. Wenige Kilometer entfernt liegt heute die quirlige, moderne Skistation Formigal.

Sallent de Gállego - Die ganze Nacht hat es geschneit, aber der starke Wind hat einen Teil des Neuschnees einfach wieder weggeweht. Trotzdem wird Mariano Fanló Basail heute nach Formigal hochfahren und auf die Bretter steigen. "Von dem bisschen Wind lasse ich mich nicht abhalten, heutzutage gibt es doch moderne Ausrüstung", sagt der 81-Jährige. Früher habe er noch mit Baskenmütze, Wollpullover und Gamaschen der Kälte trotzen müssen, erzählt er.

Viele Skigebiete rund um den Globus hat er in seinem langen Leben schon ausprobiert. Aber hier in seiner Heimat, dem Tena-Tal, gefällt es ihm am besten. Das Tal liegt in der spanischen Region Aragonien, die einst ein Königreich war. Don Mariano ist eine Legende in der Gegend, ein Luis Trenker der Pyrenäen, auch in seinem hohen Alter noch rüstig und kerngesund.

Sein Vater war der erste Spanier, der Skier besaß. Das war 1912. Die ungewöhnlichen Bretter bekam der damals 14-Jährige von einem Freund der Familie, einem Geologen aus dem südfranzösischen Pau. Er kam über die nahe gelegene Grenze in das kleine Bergdorf Sallent de Gállego, um die Gebirgsseen Aragoniens zu studieren und nebenbei Ski zu fahren.

"Damals lebten fast alle von der Schafzucht, keiner hatte je diese seltsamen Holzbretter gesehen", erzählt Mariano. "Es war eine Sensation im Dorf, als mein Vater sie auf unseren verschneiten Wiesen ausprobierte." Lange dauerte es nicht, bis die ersten Bewohner die Skier für ihre Kinder nachbauten. Sie nahmen Eschenholz, der Dorfschmied brachte eine simple Bindung an, eine Halterung aus Drähten. "Wir mussten damals mit einem Stock lenken, Kurvenfahren war extrem kompliziert", erinnert sich Mariano an seine ersten Versuche. Später wurde er Skilehrer und einer der erfolgreichsten Hoteliers in Sallent de Gállego. Marianos Bergdorf wurde zur Wiege des Skilaufs in den Pyrenäen. Viele berühmte spanische Skifahrer stammen von dort.

Jubiläumsfahrt mit Schafffell und historischen Brettern

Erst kürzlich feierte man den 100. Jahrestag der ersten Skifahrt in Spanien. Das Fernsehen war dabei, als sich Pionier Mariano ein Schafffell überzog und mit alten Brettern von früher durch das Dorf zog.

Sallent hat sich die Beschaulichkeit von einst bewahrt. Anders geht es auf der nur fünf Autominuten entfernten Skistation Formigal zu, wo schon morgens die Musik aus einer Après-Ski-Bar auf die Piste schallt. Zahlreiche Hotels wurden auf den einstigen Bergwiesen errichtet und brachten vielen der oft armen Bauern Geld ein. "Wir haben in den letzten Jahrzehnten eine unglaubliche Entwicklung hingelegt", sagt Toño Gericó. Sein Großvater war der Dorfschmied, der einst die ersten spanischen Skier verdrahtete. Toño ist Direktor der Skistation, die Formigal mit 137 Pistenkilometern zum größten Skigebiet in Spanien macht.

Der erste Lift wurde im Jahr 1964 gebaut, heute sind vier Täler miteinander verbunden. Toño arbeitet in der futuristisch designten Talstation Sextas, die auf 1550 Metern liegt und in Grellgrün gestaltet ist. "Wir haben keine Mühen gescheut, unsere Station zur modernsten Spaniens auszubauen", sagt Toño. Er weiß nur allzu gut, dass Formigal im ewigen Wettstreit mit dem zwei Autostunden entfernten, kleineren, aber berühmteren Baqueira Beret steht, wo der Jetset und Spaniens Könige Ski fahren.

Die Formigaler legen sich für den Wettbewerb ins Zeug: Mit vier künstlichen Seen und 440 Schneekanonen sorgen sie dafür, dass ihre Pisten stets befahrbar sind. Schlangen bilden sich an den Liften so gut wie nie, ein achtsitziger Lift, der einzige seiner Art weit und breit, bringt die Gäste nach oben. Am Fuß des Pico Tres Hombres (2276 Meter) angekommen, brauchen Skifahrer etwa eine Stunde, um ins Valle de Portalet zu gelangen, das letzte der vier Täler. Den Blick dominiert dort einer der markantestes Berge der Pyrenäen, der 2574 Meter hohe Anayet.

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Info-Kasten: Skifahren in den Pyrenäen

  • Reisezeit
    Die Skisaison in den Pyrenäen in der Provinz Huesca beginnt Ende November und dauert bis Mitte April. Wer mit dem Flugzeug anreist, fliegt am besten nach Saragossa oder Toulouse.
  • Informationen
    Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstrasse 14 60323 Frankfurt (Tel.: +49/69/72 50 38).









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