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08.01.2013
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Lappland
Mit Huskys durch den Schnee

Laufende Energiebündel: Mit Huskys durch den Schnee
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TMN

Weiß, so weit das Auge reicht: Das ist Lappland im Winter. Und: Stille. Die wird nur unterbrochen vom Knirschen der Kufen. Im Norden Finnlands gibt es kein schöneres Fortbewegungsmittel als den Hundeschlitten - wenn man ihn richtig bedienen kann.

Luosto - Gleich geht es los, das wissen auch die Huskys. Sie stehen bereits im Wald vor den Schlitten, die sie in wenigen Momenten durch den Schnee ziehen werden. Die Hunde bellen schon ganz aufgeregt. Sie reißen an der Leine, sie wollen endlich starten. Doch noch müssen sie warten. Denn erst wenn die Bremsen gelöst sind, können die Tiere lossprinten. In den nächsten Stunden wird die Huskysafari nahe des kleinen Ortes Luosto kilometerlang durch die schneebedeckte Winterlandschaft führen. Einer der unvergesslichen Höhepunkte einer Reise nach Lappland im Norden Finnlands.

Vor der Tour erklärt Guide Mika Backman allerdings noch ein paar Regeln: "Ihr dürft nie, niemals, unter keinen Umständen euren Schlitten mit den Huskys loslassen." Dann könnte er von hinten auf die Tiere losrasen und sie verletzen. "Benutzt außerdem eure Bremse!" Dafür stellen sich die Schlittenführer mit einem oder beiden Beinen auf die Metallstange am Schlittenende, dann rammen sich die Zinken darunter in den Schnee. "Bremst in den Kurven, damit der Schlitten nicht vom Weg fliegt. Und wenn wir anhalten, stellt euch mit eurem gesamten Gewicht auf die Bremse, damit die Hunde sie nicht losreißen können."

Mit etwa 15 Stundenkilometern durch den Wald

Das klingt zunächst einmal schwierig, ist es dann aber gar nicht. Das richtige Gespür überträgt sich schnell. Im ersten Moment überrascht der Ruck zwar noch, mit dem die Huskys den Schlitten in den Wald ziehen. Doch dann geht es schnell in ein gemächliches Tempo über. Mit etwa 15 Stundenkilometern gleitet der Schlitten über den Schnee. Es ist still - bis auf die Geräusche der Schlitten und Hunde. Denn während in diesem dichten Wald fernab jeder größeren Stadt nicht ein Auto zu hören ist, ratschen die Kufen des Schlittens über den Schnee und erzeugen ein konstantes, dumpfes Rauschen.

Ansonsten ist nur noch das Hecheln der Hunde zu hören. Emsig ziehen sie den Schlitten. Ihre schmalen Beine sind ständig in Bewegung und erinnern an einen Tausendfüßler, so schnell trippeln die 24 Beine der sechs Huskys über den Schnee. Ihre Hinterteile wackeln hin und her, die Schwänze fliegen von einer zur anderen Seite. Einigen Hunden hängt die Zunge aus dem Maul, hin und wieder schnappt einer nach etwas Schnee, der sich neben dem Weg auftürmt. Zur Abkühlung, wie Mika erklärt. Kein Wunder, bei dem dicken Fell und der Anstrengung.

Leithund bestimmt die Richtung und das Tempo

Tepa gibt den Ton an. Sie ist der Leithund. Die Huskydame ist zwar das kleinste Tier vor dem Schlitten, doch auf die Siebenjährige in der ersten Reihe hören auch die Herren des Trupps. Sie bestimmt die Richtung und das Tempo. Hinter ihr im Gespann kommen zwei schnelle Hunde und in der dritten Reihe rennen Taavi und Niilo, zwei besonders kräftige Hunde, an denen die Last des Schlittens mehr als an den anderen hängt.

Mit ihnen zusammen geht es durch eine faszinierende Landschaft. Die Tour führt durch eine Region etwa eineinhalb Autostunden von Lapplands Hauptstadt Rovaniemi entfernt. Das ist nördlich des Polarkreises, wo die Tage im Sommer besonders lang und im Winter besonders kurz sind. Von etwa Mitte Dezember bis Ende Januar wird es erst gegen 10.00 Uhr hell. Nur langsam weicht die stockfinstere Nacht und lässt ein paar Sonnenstrahlen durch. Doch auch dann schimmert der Himmel bläulich wie sonst zur Dämmerung am Abend und taucht die gesamte Landschaft über Stunden in ein mystisch wirkendes blaues Licht.

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Info-Kasten: Huskytouren im finnischen Lappland

  • Anreise
    Von Deutschland aus fliegt man in gut zwei Stunden nach Helsinki und mit einem weiteren Flug nach Rovaniemi. Aus der Stadt fahren regelmäßig Busse in die nördlicheren Regionen. Nach Luosto etwa dauert die Fahrt rund eineinhalb Stunden.
  • Reisezeit
    Der Winter beginnt normalerweise Mitte Oktober, und ab November liegt meist dauerhaft Schnee. Januar und Februar ist eine gute Reisezeit, weil dann oft weniger Touristen dort sind. Schnee gibt es in der Regel bis April. Die Temperaturen können im Extremfall auf minus 40 Grad Celsius fallen, meist ist es jedoch nicht so kalt.
  • Planung
    Huskytouren werden außerhalb von Rovaniemi und in anderen Regionen des finnischen Lapplands angeboten. Man kann sie direkt oder über deutsche Reiseveranstalter buchen. Die Touren dauern zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen. Einen Schlitten zu lenken, ist allerdings auch körperliche Arbeit. Gerade eine mehrtägige Tour kann also anstrengend werden.
  • Ausrüstung
    Mit warmer Kleidung - inklusive Skiunterwäsche - kommt man auch im Winter Lapplands gut zurecht. Dabei sollte man warme, über den Knöchel gehende Schuhe und eine Kopfbedeckung nicht vergessen. Für die Huskytouren stellen die Anbieter weitere Ausrüstung zur Verfügung, die im Normalfall im Preis enthalten ist: Über die Winterkleidung zieht man einen dicken Ganzkörper-Overall und statt der eigenen Schuhe spezielle, besonders warme Stiefel. Wer mag, kann über die Wollhandschuhe noch ein Paar Fellhandschuhe ziehen. Empfehlenswert sind auch eigene Skibrillen, um bei der Fahrt auf dem Schlitten seine Augen vor tiefhängenden Zweigen zu schützen.
  • Informationen
    Visit Finland, Bundesallee 171, 10715 Berlin.









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