22.01.2013
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Watamu
Kenias paradiesische Küste

Watamu: Afrikas Paradies
Fotos
TMN

Wer Kenia hört, denkt an Safari. Doch das ostafrikanische Land hat mehr zu bieten: Der Küstenstreifen bei Watamu gehört zu den schönsten des Kontinents. Hier gibt es eine Mangroven-Lagune, prächtige Korallenriffe - und eine besonders bedrohte Tierart.

Watamu - Wenn es kalt wird in Europa, machen es die Urlauber wie die Vögel: Sie fliegen nach Süden. Einer der schönen Orte, an denen beide landen, ist Watamu an der Küste Kenias. "Sogar aus Südschweden kommen sie", sagt Ferdinand, der Touristenführer. Er meint die Vögel. Ferdinand beobachtet konzentriert die Wand aus Mangrovenwurzeln, während das Boot immer tiefer in die Lagune des Mida Creek hineintuckert.

"Die Vögel picken Krabben und Würmer aus dem Schlamm, wenn der Creek trocken fällt", erklärt Ferdinand. Er zeigt auf Eisvögel auf einem Baum, dann reicht er das Fernrohr. "Ein Grünreiher. Er ist vom Jagen durchnässt und sonnt sich jetzt." Ein Seeadler startet mit schwerem Flügelschlag, als das Boot näher kommt. In der Ferne flattern Flamingos.

Der Mida Creek ist das Herz des reichen Ökosystems von Watamu, einem Küstendorf 120 Kilometer nördlich von Mombasa. Die Lagune zieht sich 14 Kilometer in den Mangrovenwald hinein. Bei Flut strömt das Meer hinein, bei Ebbe fließt es ab. Von den 13 Mangrovenarten, die in Ostafrika vorkommen, haben 6 im Mida Creek ihre Wurzeln geschlagen. Hierher kommen Tiere aus dem angrenzenden Arabuko Sokoke Nationalpark. Und hier wachsen, geschützt zwischen den Luftwurzeln der Mangroven, die jungen Fische auf, die später die Korallenriffe des Watamu-Meeresnationalparks umschwirren.

Aber auch der 16.000 Hektar große Mangrovenwald ist gefährdet. "Arme Leute holzen die Mangroven ab, um sie zu verfeuern und Häuser zu bauen", sagt Ferdinand. Er deutet auf eine Lücke im grünen Gürtel. Gut 100 Meter breit liegt der Sand nackt da. "Hier hat ein Fischer einen schmalen Weg geschlagen, doch dann sind alle Mangroven ringsum abgestorben."

Hartes Leben im Garten Eden

Das Boot legt an einer Sandbank an, durch eine Schneise führt Ferdinand durch die dichten Mangroven. "Das sind ihre Samen", sagt er und hebt eine der unterarmlangen Schoten auf. "Bei dieser Mangrovenart fliegen die Bienen in die Löcher, daraus sammeln die Einheimischen den Honig. Und diese Art nehmen sie, um ihre Zähne zu putzen." Ferdinand schrubbt mit dem fasrigen Holzstück über seine breiten Zahnreihen. Aber so richtig überzeugt sind die Touristen nicht von der Buschbürste.

Es geht weiter durch hohes Gras und Palmen zu einer Lichtung. Um den blank gefegten Sandplatz stehen ein paar Hütten, in der Mitte blüht ein prächtiger Bougainvillea-Strauch. Die Wände der Hütten sind ein Gerüst aus Mangrovenstämmen, zwischen das Lehm geschmiert wird. Hier lebt eine Familie vom Volk der Giryama. Die Erwachsenen haben es sich in der Mittagshitze unter einem mächtigen Mangobaum bequem gemacht, die Kinder betrachten die Besucher neugierig aus ihren Kulleraugen.

Für Europäer ist das alles sehr idyllisch anzuschauen. Aber ein Blick in eines der Wohnhäuser zeigt, was für ein hartes Leben die Familie führt. Im Innern der Hütte ist es düster, Elektrizität gibt es nicht. Auf dem festgestampften Lehm liegt eine Matratze, in einer Ecke steht ein Kinderbett mit Moskitonetz und eines ohne.

Kenia ist ein armes Land, trotz der rund 1,3 Millionen Touristen, die im vergangenen Jahr für Safari und Badeurlaub an die weißen Strände kamen. Deshalb funktioniert Umweltschutz nur, wenn er den Einheimischen wirtschaftlich einleuchtet. Wie bei Watamu Turtle Watch.

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Info-Kasten: Watamu

  • Anreise
    Mehrere Fluggesellschaften bieten Flüge aus deutschen Städten nach Mombasa an. Von dort fahren Busse nach Watamu. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden.
  • Visum
    Deutsche Urlauber brauchen für die Einreise ein Visum. Dieses bekommen sie für eine Gebühr von 50 US-Dollar bei der Einreise an einem internationalen Flughafen wie in Mombasa. Das Visum ist zwölf Wochen gültig und kann einmal verlängert werden. Wer nicht am Flughafen warten will, beantragt das Visum für 40 Euro vorab bei der Botschaft der Republik Kenia, Markgrafenstr. 63, 10969 Berlin (Tel.: 030/259 26 60).
  • Reisezeit
    Als beste Reisezeit für Kenia gelten die Monate von November bis März. Zum Tauchen eignet sich der November am besten. Dann bläst der Wind direkt vom Meer auf die Küste und klart das Wasser auf. Der Monsun von April bis Oktober bringt raues Wetter, die Wellen sind dann zu hoch zum Tauchen.
  • Unterkunft
    In Watamu gibt es alles vom afrikanischen Hostel für wenige Euro pro Nacht bis zum Fünf-Sterne-Hotel. Die meisten gehobenen Hotels stehen direkt am Strand, günstige Pensionen findet man im Dorf.









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