25.12.2012
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Zu Besuch in Galiläa
Wandern auf dem Jesus Trail

Wandern durch Galiläa: Auf den Spuren Jesu
Fotos
TMN

Im Norden Israels führt ein Weg durch die Landschaft Galiläas, der den Spuren Jesu folgt. Der Jesus Trail soll die arabischen und israelischen Gemeinden in der Region verbinden. Und er soll den Besuchern die Geschichte Israels nahebringen.

Nazareth - Verschmitzt grinst der kleine Junge die Wanderer an und winkt ihnen zu. Das Mädchen, das ihm aus der Toreinfahrt folgt, übt gleich ihr holpriges Englisch: "Willkommen, wie heißt du?", will die kleine Palästinenserin wissen. Die Wanderer, eine Dänin, ein Amerikaner und ein Deutscher, grinsen zurück, antworten freundlich und setzen ihren Weg fort.

Eine Weile winken die Kinder ihnen noch nach. Spontane Kontaktaufnahme ist nicht selten auf dem Jesus Trail im Norden Israels. Die Einheimischen, nicht nur die Kinder, scheinen sich ehrlich über die Touristen zu freuen, die durch ihre Dörfer ziehen und das Heilige Land von einer neuen Seite kennenlernen wollen - zu Fuß.

Der Jesus Trail von Nazareth bis Kapernaum am See Genezareth entstand 2007 auf Initiative des israelischen Unternehmers Maoz Inon und des amerikanischen Wanderspezialisten David Landis. Sie hatten sich im Internet kennengelernt, als Landis Informationen über Wanderrouten in Israel suchte. Da trug Inon schon die Idee mit sich herum, einen Weg entlang israelischer und arabischer Ortschaften auszuarbeiten, der sowohl christliche Pilger als auch geschichts- und kulturinteressierte Touristen anziehen könnte.

Verbindung der Kulturen

"Viele Menschen pilgern heute nach Santiago de Compostela, doch hier in Israel haben wir die Originale", sagt Inon. Der 32-Jährige, Inhaber der Herberge "Fauzi Azar Inn" in Nazareth, merkte schnell, dass sich kaum Touristen in das arabische Zentrum der Stadt verirrten. Der Jesus Trail sollte das ändern und nicht nur mehr Besucher nach Nazareth holen, sondern auch in die umliegenden Gemeinden. "Wir wollten etwas tun, um Touristen anzuziehen", sagt er. "Denn jeder Wanderer gibt natürlich in den Orten Geld aus und schafft so Arbeitsplätze. Und er bringt positive Energie mit, die wir hier im Nahen Osten dringend brauchen."

Touristen wie Einheimische sollen vom Jesus Trail profitieren. Für die Israelis und Araber in der Region, die sonst wenig Berührungspunkte haben, ist er eine Verbindung zwischen ihren Kulturen. "Wenn Wanderer eine Nacht in einem arabischen Ort schlafen und am nächsten Tag in einem Kibbuz, dann haben beide Orte ein gemeinsames Interesse, nämlich, dass es dem Wanderer gut geht und er wiederkommt", erklärt Inon. Auch für die Wanderer auf dem Jesus Trail ist diese Abwechslung ein Erlebnis. "Vier Nächte bei Juden, Muslimen und Christen - wo ist das sonst möglich?" fragt Inon.

Der Weg beginnt an der Verkündigungskirche in Nazareth, wo der Engel Maria von ihrer unerwarteten Schwangerschaft berichtet haben soll. Durch die engen Gassen der Altstadt führt er 406 Stufen hinauf, aus Nazareth heraus aufs freie Feld. Hier eröffnet sich der erste wunderbare Ausblick auf die Landschaft: Grüne Wiesen und fruchtbare Felder breiten sich bis an den Horizont aus, gesprenkelt von Alpenveilchen und blühendem Mohn. Gelegentlich steht ein Schäfer mit seiner Herde am Wegesrand und blickt den Wanderern nach. In Kafr Kanna, wo Jesus dem Johannesevangelium zufolge Wasser in Wein verwandelt hat, endet die erste Etappe.

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