Freitag, 27. März 2015

Waldorf Astoria und Das Stue Berlins neue Luxushotels

Neue Luxushotels: Wo die Reichen in Berlin schlafen
Fotos
Waldorf Astoria

Berlin mausert sich zur Edeldestination. Das zeigen zwei neue Fünf-Sterne-Superior-Häuser, die zahlungskräftige Hauptstadtgäste mit allem nur denkbaren Komfort verwöhnen: Das neue Hilton-Flaggschiff Waldorf Astoria im Zoofenster und das kleine, aber feine Stue am Tiergarten.

Berlin - Im Büro des Waldorf Astoria-Chefs steht ein gerahmter Zettel mit der Überschrift "Frieders Wörter". Relativ weit oben, noch vor vagen Floskeln wie "Wir wollen versuchen" und "was macht die Competition", steht auf der Negativliste das Wort "Baustelle". Wer von den Mitarbeitern das neue Hilton-Flaggschiff in Berlin so bezeichnet hat, musste einen Euro in die Gemeinschaftskasse abdrücken - auch, als das Haus de facto noch Baustelle war.

Hotelchef Friedrich W. Niemann weiß: Im Luxussegment ist Stil alles. Schon zu den ersten Besichtigungen im Rohbau öffnete ein livrierter Portier schwungvoll die Tür, Gäste bekamen Bauhelme mit Waldorf Astoria-Logo. Das Eröffnungsdatum hat sich schon zum wiederholten Mal verschoben (diesmal auf das Jahresende, auch wenn Buchungen "sicherheitshalber" erst zum 1. Februar angenommen werden), aber von Baustelle kann auch für Außenstehende keine Rede mehr sein, es fehlen nur noch Details.

Den Luxus, den das Haus verspricht, kann man schon jetzt spüren, etwa, wenn man im Bad der 280 Quadratmeter großen Präsidentensuite im 31. Stock steht. Selbst von der Badewanne aus schweift der Blick durch die Panoramafenster weit über die Stadt. Man kann sogar in die Zoogehege blicken - hundert Meter weiter unten tummeln sich die Elefanten im Freigehege.

Mit seinen 118 Metern sollte das Zoofenster, in dem das Waldorf Astoria sich befindet, das höchste Gebäude in der neuen City West sein. Jetzt aber wird das "Upper West", ein Hochhaus auf der anderen Straßenseite, an dem die Strabag Real Estate gerade baut, wohl doch noch ein klein wenig höher. Niemann nimmt das gelassen - der Zwei-Meter-Mann dürfte auf jeden Fall der größte Hoteldirektor der Stadt sein. Und da sich im weißen Riesen des "Upper West" nur der Budget-Anbieter "Motel One" einmieten wird, kann von Konkurrenz kaum eine Rede sein.

Art déco, wohin das Auge schaut

Das Haus in Berlin ist das erste Waldorf Astoria in Deutschland. Vom legendären Mutterschiff in New York hat man prägende Stilelemente übernommen, wie etwa die Peacock Alley, komplett mit Standuhr und Bechstein-Flügel, in der die Gäste sehen und gesehen werden können.

Alles ist in einer Art modernisiertem Art déco gehalten, ein Schwelgen in Material und Farben, das sich durch das ganze Haus zieht. Vom üppigen Lobbybereich führt eine weiße Marmortreppe vor schwarz glänzenden Wänden in das Nobelrestaurant "Les Solistes", für das der französische Meisterkoch Pierre Gagnaire das Konzept und seinen Namen gab (und die Mitarbeiter schulte - selbst wird er hier nicht in der Küche stehen).

Das neue Hotel solle "kein Alien" in der sich rasch wandelnden Umgebung der aufstrebenden City West bleiben, sagt Niemann. Im Erdgeschoß soll das "Romanische Café" eine Verbindung zur Außenwelt schaffen - man möchte an die Geschichte der gleichnamigen gastronomischen Einrichtung am Kurfürstendamm anknüpfen, in der in den 20er Jahren alles verkehrte, was in der deutschen Literatur Rang und Namen hatte. Darüber soll die "Lang-Bar" Abendgäste mit fassgereiften Cocktails an den 18 Meter langen Tresen locken.

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