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13.11.2012
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Kreuzfahrt
Landgang auf Curaçao

Von Linus Geschke

Karibik: Kreuzfahrttouristen auf Curaçao
Fotos
Linus Geschke

Vormittags kommen sie, am Abend legen sie wieder ab: Die Giganten unter den Kreuzfahrtschiffen vor der Küste Curaçaos. Bis zu 5000 Passagiere setzen sie an Land, die meisten von ihnen bummeln dann durch künstliche Einkaufswelten. An der Kultur der Karibikinsel ist kaum einer interessiert.

Willemstad - Man kann es schon ahnen: Das Landprogramm der Reedereien ist perfekt angepasst an die Vorlieben der zumeist US-amerikanischen Kundschaft, von denen der Bestsellerautor David Foster Wallace in seinem Buch "Schrecklich amüsant" behauptet, sie stelle auf den Luxuslinern oftmals Fragen wie "Um wie viel Uhr ist eigentlich das Mitternachtsdinner?" oder "Schläft die Besatzung denn auch an Bord?" Der Renner im Programm: Eine dreistündige Rundfahrt mit dem buntbemalten "Samba Bus", vorbei an allen Sehenswürdigkeiten der Insel, aber inklusive eines Besuchs der Fabrik, in der der weltberühmte Blue Curaçao hergestellt wird.

Wer sich in Willemstad dagegen auf eigene Faust die Beine vertreten will, kommt meist nicht weiter als bis zum "Riffort", einer ehemaligen Festungsanlage unmittelbar neben dem Schiffspier, die innerhalb ihrer 1828 errichteten Mauern rund 50 Bars, Restaurants und Geschäfte beherbergt. Gucci ist dort, Prada auch, man findet Uhren von Breitling und Füller von Montblanc. Gegenüber der Sopranos Bar werden Sandalen von Birkenstock angeboten, momentan sogar in einer günstigen "Buy 2, get 3"-Aktion.

Überhaupt haben die Betreiber des Riffort viel getan, damit die Touristen sich wohl und sicher fühlen: Überall wurden "Back to Ship"-Schilder aufgestellt und künstliches Vogelgezwitscher aus versteckt angebrachten Lautsprechern erinnert daran, dass man gerade in der Karibik ist. Dabei ist kaum eine andere Hauptstadt in der Karibik so geeignet, selbstständig erkundet zu werden, wie Willemstad.

Holländischer Einfluss

Über die auf Pontons schwimmende Königin-Emma-Brücke gelangt man in den Stadtteil Punda, der mit seinen in Pastellfarben gestrichenen Häusern an der Hafeneinfahrt gleichzeitig das beliebteste Fotomotiv der Insel darstellt. Er gehört wie auch die drei anderen Stadtteile Otrabanda, Scharloo und Pietermaai aufgrund seiner einmaligen Architektur zum Unesco-Weltkulturerbe.

Curaçao ist keine typische Karibikinsel, dafür ist der holländische Einfluss zu stark, aber für Touristen eine sehr sichere. In dem Geflecht aus Gassen und kleinen Plätzen ist Kriminalität fast ein Fremdwort, und wer die Augen offen hält, kann dort neben allerhand Kitsch auch noch echte karibische Kunst finden. Beispielsweise in der Galerie von Nena Sanchez; Curaçaos berühmtester Malerin.

"Kreuzfahrttouristen kommen hier fast nie vorbei", winkt die Künstlerin ab. "Aber das kann ich verstehen. Wer mit dem Schiff kommt, bleibt nur ein paar Stunden und vertraut dann meistens auf das Programm, dass die Reedereien für die Landausflüge anbieten." Ihre Bilder bestehen aus einer Flut von intensiven Farben, sie spiegeln wieder, was die Karibik für viele ausmacht: Sonne und Lebensfreude, die einfachen Dinge. "Ich lebe von den Einheimischen und den Touristen, die länger auf der Insel sind. Und davon lebe ich gut! Natürlich würde ich mich freuen, wenn noch mehr Menschen kämen, aber man muss bescheiden sein - und sich an dem freuen, was man hat!"

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