Reisemanager magazin RSS  - Reise

Alle Artikel und Hintergründe


26.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Die Reichsten unter Reichen
In Katar spielt die Zukunftsmusik

Katar: Bauboom in der Glitzerwelt
Fotos
TMN

Katar? Ja, schon mal gehört. Reiche Scheichs und viel Glitzer - das verbinden die meisten Menschen mit dem Miniland auf der Arabischen Halbinsel. Auf Touristen wartet in Katar aber eher Portofino als Las Vegas - ein Portofino mitten in einer Geröllwüste.

Doha - Baukräne, Zementmischer und Presslufthämmer spielen in Doha eine Symphonie des Fortschritts. Die Hauptstadt des Kleinstaats Katar am Arabischen Golf dröhnt, fasziniert und vibriert. Das kleine Emirat ist aber mehr als Zukunftsmusik, denn Katar hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wirtschaftlichen und politischen Regionalmacht entwickelt. Doha will kein neues Dubai sein, denn Dubai gilt hier als protzig, quietschbunt, kulturverloren. Doha fühlt sich eher an wie Portofino.

Doha ist schon längst ein klassisches Stopover-Ziel auf dem Weg in Richtung Südostasien und Australien. Der ohnehin schon große Flughafen mit fast 15 Millionen Passagieren jährlich wird durch die starke Expansion der einheimischen Fluglinie Qatar Airways zu einem globalen Mega-Drehkreuz ausgebaut. Bis 2015 soll die Kapazität des Flughafens nach Angaben der Airline auf 50 Millionen Passagiere ausgeweitet werden. 60 Prozent des neuen Flughafens entstehen auf einem künstlich aufgeschütteten Baugrund im Arabischen Golf.

Der Flughafen liegt mitten in der Stadt. Die Taxifahrt dauert nicht länger als zehn Minuten. Alles ist so schön klein in diesem konservativen und sittenstrengen Miniaturland, das gerade einmal halb so groß ist wie Hessen. 1,7 Millionen Menschen leben auf der staubtrockenen Halbinsel, die wie ein Daumen in den Persischen Golf ragt.

Stadt der Gegensätze

Es ist Freitag in Katar, der muslimische Feiertag. Die Arbeit ruht größtenteils, doch Baustellen und Kräne stehen nie still. Vor der übergroßen Austernperle an der Küstenstraße treffen sich Arbeiter aus Indien, Pakistan und Sri Lanka, und lassen sich vor der mächtigen Skulptur fotografieren. Die Straßen sind leer, die Moscheen dafür voll.

Veränderung und Bewahrung schaffen in Katar Parallelgesellschaften: Ultraschicke Bars in den Fünfsterne-Hotels und Diskotheken haben sich als Treffpunkte für die westliche Elite in Doha etabliert. Auf der anderen Seite ist da dieses andere Katar mit zurückgedrehten Uhren. Wie zu Zeiten der Kalifen schaukeln die Daus im Hafen, Männer in langen weißen Gewändern ziehen an Wasserpfeifen und dippen libanesisches Brot in Tabouleh-Salat, eine arabische Köstlichkeit aus Minze, glatter Petersilie, Knoblauch und einem Spritzer Limette. Frauen in schwarzen Abayas, teilweise komplett verhüllt, huschen wie Schattenwesen durch die Straßen.

Wie eine Austernperle

Zehn Kilometer außerhalb der Hauptstadt wird diese Parallelgesellschaft auf einer künstlichen Insel auf die Spitze getrieben. Mit einem der pastellblauen, öffentlichen Taxis geht es vom alten Kern der Stadt hinaus in eine funkelnde Glitzerwelt namens "The Pearl". "It's a very good place, beautiful. Many rich people", erzählt Raschal, der Taxifahrer. Er ist aus dem indischen Bundesstaat Kerala nach Doha gekommen, um seine Familie zu ernähren.

Schick, schicker, "The Pearl": Der neueste Stadtteil trägt den Beinamen "Porto Arabia" und sieht von oben aus wie eine Austernperle. Bevor in Katar Bodenschätze entdeckt wurden, war es das Land der Perlentaucher. Katar und die gesamte Golfregion waren lange Zeit abhängig vom Perlenverkauf. Zuchtperlen aus China und Japan, die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der Verlust Indiens als Großabnehmer nach seiner Loslösung vom Britischen Imperium stürzten die Golfregion in eine tiefe Krise.

Dann kamen Erdgas und Öl, und niemand musste oder wollte sich sein Geld noch mit Perlentauchen verdienen. Fest steht aber: Perlen sind Teil der Geschichte Katars. Ältere Kataris erzählen sich, dass mit Regentropfen kleine Steine vom Himmel fallen, die in Austern eindringen und dort zu einer Perle werden.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Besuch auf den Bandas
Die Gewürzinseln am Ende der Welt
Patissier Christian Hümbs
Der Desserteur
Aktionäre stimmen zu
Börsen feiern Fusion von Tui und Tui Travel
Empfohlen von "Dr. Beach"
Floridas Top-Strände

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Katar Infos

  • Anreise
    Von Deutschland aus fliegen mehrere Fluggesellschaften direkt nach Doha. Die Flugzeit beträgt rund sechs Stunden.
  • Visum
    Deutsche Staatsbürger benötigen bei der Einreise ein Visum. Das Visa on arrival kostet am Flughafen 100 Qatar Riyals (etwa 20 Euro) und ist 30 Tage gültig. Der Betrag ist mit Kreditkarte zu bezahlen. Dazu werden bei der Ankunft ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie gültige Rück- oder Weiterreisetickets verlangt.
  • Klima und Reisezeit
    In Katar herrscht ein heißes Wüstenklima mit Spitzentemperaturen im Sommer von bis zu 50 Grad Celsius und Sandstürmen. Die Winter sind mild mit angenehmen Temperaturen von etwa 20 Grad Celsius. Während des Ramadans ist das öffentliche Leben am Golf stark eingeschränkt, da von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder gegessen noch geraucht oder getrunken werden darf. Freitag ist muslimischer Feiertag.
  • Preise
    Hotels in Katar sind relativ teuer. Ein Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel gibt es ab etwa 120 Euro. Damit ist Katar teurer als Dubai oder Abu Dhabi. Hostels oder Billighotels gibt es nicht. Die Preise beim Essen variieren stark. Ein Fastfood-Menü kostet etwa 3 Euro, in den Sterne-Restaurants gibt es kein Preis-Limit. Die Fahrt mit dem öffentlichen Taxi vom Flughafen in die Stadt kostet zwischen 2 und 3 Euro. Teurer sind vor allem private Taxiunternehmen oder Hotel-Limousinen.
  • Informationen
    Botschaft des Staates Katar in Deutschland, Hagenstraße 56, 14193 Berlin (Tel.: 030/86 20 60).









Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?