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02.12.2012
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Im Land des Aufbruchs
Reisen in Birma birgt noch Tücken

Im Land des Aufbruchs: Reisen in Birma birgt noch Tücken
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TMN

Birma boomt. Seit der politischen Öffnung hat die Zahl der Reisenden stark zugenommen. Doch allzu viele Touristen sind nicht anzutreffen. In etlichen Orten scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Reisende können nicht mit dem Standard des 21. Jahrhunderts rechnen.

Rangun - Schon auf der Botschaft in Berlin gibt es die erste Vorahnung: In Birma läuft einiges anders. Der Beamte nimmt die Reisepässe entgegen. Eine Quittung für die 25 Euro Visumsgebühr? Wozu? Erst nach mehreren Rückfragen stellt er ein Zettelchen aus. Das Visum ist nötig, um das unbekannte Birma zu besuchen, um einzutauchen in den Rhythmus des ursprünglichen Lebens in dem buddhistischen Land.

Die Anreise war bislang etwas mühsam. Von Europa gab es keine Direktflüge. Die schnellste Verbindung führte über Bangkok. Doch der Markt ist in Bewegung. Seit Anfang November fliegt Condor nun als erste europäische Airline nonstop nach Rangun.

Bei der Ankunft am internationalen Flughafen von Rangun, der offiziell Yangon International Airport heißt, überrascht das moderne Flughafengebäude. Die Schlangen an den Einreiseschaltern lichten sich schnell. Statt der erwarteten strengen Beamten einer Militärregierung, kichern die Damen in Uniform hinter dem Schalter. Sie amüsieren sich köstlich über die Augenfarbe auf dem Bild der modernen Gesichtserkennungskamera. Mussten Einreisende früher noch technische Geräte haarklein für den Zoll auflisten, interessiert sich dafür heute niemand mehr.

Ohne Bargeld geht nichts

Die meisten Reisenden bringen viel Bargeld mit. Denn in Birma sucht man Geldautomaten vergeblich. Doch auch das soll sich in den nächsten Monaten ändern. Voraussichtlich werden dann auch mehrere Kreditkarten akzeptiert. Denn bisher ist es aufgrund der amerikanischen Sanktionen nicht möglich, Reiseausgaben mit den üblichen Kreditkarten zu begleichen. Nur wenige Hotels akzeptieren sie, dank eines Tricks. Sie buchen den Betrag über eine Niederlassung in einem anderen Land.

So ist Cash King. Besucher haben dicke Packen Scheine im Bauchgürtel. Aber Vorsicht: Bitte nicht knicken! Der Mitarbeiter des Geldwechselbüros am Flughafen beäugt jeden Schein sehr kritisch. Er dreht und wendet ihn, diskutiert mit seinem Kollegen. Bei Euros ist er großzügiger, bei Dollars sehr streng. Nur neue, nicht beschädigte, quasi jungfräuliche Banknoten akzeptiert er - ohne Gnade.

Die Kyat-Scheine, die Landeswährung, sind in weniger adrettem Zustand. Da die Regierung in der Vergangenheit gerne einmal bestimmte Banknoten für ungültig erklären ließ, ist das Vertrauen in die eigene Währung bei den Birmanen begrenzt. Da ist es praktisch, Dollars in der Tasche zu haben.

Jetzt erst einmal zum Hotel. "Wer ein Zimmer im gewohnten Standard vor allem in der beliebten Reisezeit zwischen Oktober und März haben möchte, sollte unbedingt reservieren", empfiehlt Thomas Henseler, der Hoteldirektor von "The Governor's Residence" in Rangun. Der Deutsche berichtet, dass die Auslastung der Hotels in den vergangenen Monaten enorm gestiegen ist. "Selbst in der Regenzeit von Mai bis September, wo früher wenig Gäste anreisten, verzeichnen wir in diesem Jahr rund 80 Prozent Zimmerbelegung."

Entsprechend haben die Preise der Hotels angezogen, von 200 bis 300 Prozent ist die Rede. Die Qualität konnte nicht überall schritthalten. Denn in den vergangenen Jahren wurde wenig in Hotels investiert. Da es kaum Tourismus gab, schien dies nicht rentabel. Nun reichen die 8000 Hotelzimmer in Rangun für den Ansturm nicht aus. Hotelneubauten sind bereits im Gespräch.

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