Reisemanager magazin RSS  - Reise

Alle Artikel und Hintergründe


21.12.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Göteborg
Funki-Stil am Fluss

Von Andrea Jeska

Göteborg: Trendsetter in Eriksberg
Fotos
Andrea Jeska

Eriksberg ist für Göteborg das, was für Hamburg die Hafencity ist. Ein neuer Stadtteil mit Chic. Auf der ehemaligen Industriebrache, wo einst Schiffe gebaut wurden, sind zahlreiche moderne Häuser entstanden. mmo-Autorin Andrea Jeska stellt das Stadtviertel vor.

Göteborg - Eriksberg war einst Industrieruine. Heute ist es chic, auf der anderen Seite der Götha zu wohnen. Als der Immobilienmakler Andreas Wulff vor sieben Jahren sein Maklerbüro "Mäklarhuset" zwischen Industriebrachen in Eriksberg eröffnete, gab es Kollegen, die sagten, das könne keinesfalls gut gehen. Eriksberg galt damals als dunkle Seite des hellen Göteborgs. Zwischen der Stadt und dem ehemaligen Werftgelände lag die Göta und lediglich eine Brücke verband beide Seiten miteinander.

Kürzlich hat Wulff eine Wohnung für eine Million Euro verkauft. Selbst für Schweden, wo die Immobilienpreise in den vergangenen fünf Jahren sich verdreifacht, mancherorts sogar vervierfacht haben, ist das eine stolze Summe. Eine große Wohnung war das zwar, erste Reihe, direkter Blick auf den Fluss und die Stadt. Dennoch hätte vor einigen Jahren niemand geglaubt, dass man in Eriksberg eines Tages solche Preise erzielen könne.

Eriksberg ist für Göteborg das, was die Hafencity für Hamburg ist. Ein neuer Stadtteil mit Chic. Statt mit U-Bahn ist er allerdings nur mit Fähren zu erreichen, die zu geschäftigen Zeiten im 20-Minuten-Takt von einem zum anderen Flussufer kreuzen. Und wie die Hafencity und andere neue Stadtteile, die auf Industrieruinen entstanden, wurde auch Eriksberg nur möglich, weil Altes unterging.

Niedergang der schwedischen Werftindurstrie

Einst boomte hier Schwedens Schiffbau, waren die Werften die größten im ganzen Land. Schon zur Jahrhundertwende wurden dort Fähren und Dampfschiffe gebaut, doch seinen Entwicklungshöhepunkt erlebte der heutige Stadtteil von 1940 bis 1970, als die Schiffsbauindustrie boomte. Doch ab Mitte der 70er Jahre wurde es einsam am jenseitigen Ufer der Göta. Grau und öd standen die Bauten, Ratten huschten durch die Räume. Eriksberg war eine Welt aus Resten und Übriggebliebenem, zugedeckt mit den Sedimenten des Untergangs.

Der Niedergang der schwedischen Werftindustrie war kein Einzelfall. Überall wurde es damals stiller in den Häfen. Während man auf dem europäischen Festland noch eine Weile hilflos vor dieser Entwicklung stand, war man in London und New York, in San Francisco und in Vancouver bereits dabei, dem Verfall Einhalt zu gebieten und aus Untergang Luxus zu machen.

Unter jungen Künstlern und Schauspielern war es schick, sich Loftwohnungen in ehemaligen Industriebauten zu mieten, Galerien eröffneten dort ihre Ausstellungsräume, Restaurants zogen neugierige Gäste an. Nach dem letzten Stapellauf eines Eriksberger Schiffes im Jahr 1979 kaufte die Stadt das gesamte Gelände für 100 Euro und beschloss, dort neuen Wohnraum zu schaffen. Die Göteborger indes waren alles andere als begeistert, zu sehr hing dem Stadtteil der Ruch von Arbeit, Schweiß und Niedergang an.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Kopenhagen im Advent
Smushi, Glögg und feines Design
Nach Chefwechsel
Thomas-Cook-Aktie stürzt um 20 Prozent ab
Skifahren
Frühaufsteher auf der Piste
Sternekoch Stefan Hermann
"Kochen ist Entspannung"

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Göteborgs Eriksberg










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?