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10.10.2012
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Angeln
Mit Liebe zum Fisch

Von Kirsten Schiekiera

Angeln: Petri heil!
Fotos
Kirsten Schiekiera

Es gab Zeiten, da setzten sich Männer ans Ufer und angelten, um das Haushaltsbudget zu entlasten. Mittlerweile hat sich das Sportangeln zu einem Riesenmarkt für ein zahlungskräftiges Klientel entwickelt. Da Deutschland alles andere als ein Anglerparadies ist, boomt der Angeltourismus.

Fünen - Manchmal sagen Zahlen mehr als Worte. "87 Zentimeter, acht Kilo", Angel-Guide Flemming zeigt ein Foto auf seinem iPhone. Auf dem Bild ist er mit seinem letzten großen Fang, einer Meerforelle, zu sehen. Die Mitglieder seiner Angelgruppe nicken anerkennend - so einen Fisch möchten sie an diesem Tag auch gerne aus dem Wasser ziehen. Die dänische Insel Fünen gilt als einer der besten Reviere zum Meerforellen-Fischen, deshalb sind die Männer aus Deutschland hierher gekommen.

Meerforellen sind scheue Tiere, die in Küstennähe Beute suchen und als "Fisch der 1000 Würfe" bezeichnet werden. Auch erfahrene Angler müssen Hunderte Mal ihre Köder auswerfen und schnell wieder einholen, bis einer der kräftigen Raubfische ihnen an den Haken geht. Bei der Jagd auf den begehrten Fisch hilft einschlägige Literatur mit Namen wie "Küsten-Strategie - Meerforellen" oder "Angelführer Fünen: Küste und Boot".

Wer es richtig ernst mit der Angelei meint, engagiert Flemming oder einen seiner Kollegen. Die einheimischen Angel-Guides wissen, in welchen Buchten sich die Meerforellen am Liebsten tummeln und an welchen Ufern dichtes Seegras die Köder bremst und einen Fang unmöglich macht.

"Früher verband man mit dem Angeln das Bild von einem älteren Herren, der mit einer Dose Bier am Ufer sitzt und wartet, bis irgendwann ein Fisch anbeißt", sagt Stefan Spahn, Biologe und Geschäftsführer des Verbands Deutscher Sportfischer e.V.. "Angeln galt jahrelang als typische Freizeitbeschäftigung des kleinen Mannes, viele angelten auch um das Haushaltsbudget zu schonen."

Diffizile Königsdisziplin

Mit solchen Klischees haben die modernen Angler nichts mehr gemein. Sie bevorzugen Angelarten wie das Watangeln, bei dem man eingepackt in wasserdichter Kleidung schon mal bis zur Brust im Wasser steht, oder das Fliegenfischen. Gerade die diffizile Königsdisziplin des Angelns erfordert viel Übung und Geschick. Mit einer speziellen Wurftechnik simulieren Könner über der Wasseroberfläche einen Insektenflug. Fliegenfischer-Schulen bieten Spezialkurse zu Themen wie Wurfanalyse, Wurfoptimierung, Trickwürfe und Unterhandwerfen.

Die passenden Angeln dazu kosten - wenn sie aus Edel-Manufakturen wie "House of Hardy" oder "Simms" stammen - mitunter mehr als Tausend Euro. Dazu kommen Angelschnur, Köder, Spezial-Unterwäsche und Socken. Es ist ein lohnendes Geschäft: Hersteller wie Shimano, der für Angler Ruten und Rollen produziert, vermelden kontinuierliche Zuwächse in den vergangenen Jahren.

Etwa 900.000 Angler sind in Vereinen organisiert: 650.000 Mitglieder zählt der westdeutsche Verband Deutscher Sportfischer, weitere 200.000 sind beim ostdeutschen Pendant, dem Deutschen Anglerverband gemeldet. Die hohe Zahl der Mitglieder erklärt sich auch durch die Tatsache, dass wildes Angeln in Deutschland weitgehend verboten ist und über die Vereine organisiert wird.

Wer die Rute auswerfen will, braucht eine kostenpflichtige Erlaubnis, in einem Gewässer zu angeln und einen Fischereischein - ausgenommen sind allein Schleswig-Hostein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die auch Touristenscheine vergeben, ohne dass zuvor eine Prüfung abgelegt werden musste.

"Der Übungs- und Lernaufwand für einen Fischereischein lässt sich mit dem für den Führerschein vergleichen", erklärt Stefan Spahn. "Dieses System ist weltweit einzigartig. Der Zugang zum Angeln und zu den Gewässern wird Interessierten in Deutschland schwer gemacht." Zudem sind attraktive Fanggründe hierzulande eine Seltenheit.

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