Dienstag, 17. Oktober 2017

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Kulinariktour durch Thüringen Der Weg zur Wurst

Thüringen-Tour: Unterwegs zu Bratwurst und Bier
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TMN

Geschichte und Genuss, Bier und Kultur, Bratwurst und Bach - all das liegt eng beieinander in Deutschlands geografischer Mitte. Die kulinarischen Höhepunkte Thüringens lassen sich wunderbar erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden.

Arnstadt - Der Weg vom Bier zur Bratwurst führt über drei Berge. Wobei die Bezeichnung Berge eigentlich eine leichte Übertreibung ist für die Hügel, die sich wie Inseln erheben aus dem Meer der sachte im Wind wogenden Getreidefelder. Der Pfad, der den Weinberg hinauf führt, ist von Hecken und Büschen gesäumt. Begleitet vom Gesang der Lerchen schweift der Blick oben zurück nach Arnstadt, wo an der Stadtbrauerei die Wanderung auf dem Geo- und Genussweg "Vom Bier zur Bratwurst" begonnen hat.

Arnstadt, 704 erstmals urkundlich erwähnt, ist der älteste Ort Thüringens und das Tor zum Thüringer Wald. Im Jahre 1703 trat der junge Johann Sebastian Bach hier seine erste Organistenstelle an. Während seiner fünf Arnstädter Jahre geriet er immer wieder mit den dortigen Kirchenoberen aneinander. Die kritisierten seinen Spielstil, seine Frauengeschichten und seinen Lebenswandel. Das Bach-Denkmal des Künstlers Bernd Göbel auf dem Marktplatz zeigt denn auch einen lässigen jungen Mann, der sich auf einem Meilenstein lümmelt.

Vom Marktplatz ist es nicht weit bis zu Bachs ehemaliger Arbeitsstätte. Die barocke Kirche ist heute nach dem Komponisten benannt. Vor ihr plätschert das Wasser im Hopfenbrunnen. Denn Arnstadt ist nicht nur Bachstadt. Die Einwohner der 20 Kilometer südlich von Erfurt gelegenen Kreisstadt reklamieren auch für sich, im Jahre 1617 das erste Weizenbier außerhalb Bayerns gebraut zu haben.

Und damit nicht genug: Auch die Rostbratwurst soll ihre Wurzeln in Arnstadt haben. Die Einwohner berufen sich dabei auf die erste urkundliche Erwähnung der bekanntesten regionalen Spezialität Deutschlands - eine Rechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters aus dem Jahre 1404 über einen Groschen für Bratwurstdärme.

Begehbare Bratwurst und Merkel als Kloßmarie

Durch die Felder und über Kalk- und Ziegenberg geht es weiter zum Ziel der acht Kilometer langen Tour: zum Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen. Wenn die Phrase, dass es um die Wurst geht, jemals eine Berechtigung hatte, dann hier. Wohin man auch schaut: Es wimmelt von Würsten. Im Garten des Geländes haben sich regionale Künstler mit dem Thema Wurst beschäftigt und Installationen gebaut. Die Besucher durchschreiten die weltweit einzige begehbare Bratwurst. Und sie können sich das "Thüringer Festmahl" anschauen, ein riesiges Bild des Karikaturisten und Grafikers Arno Funke, der einst als Kaufhauserpresser Dagobert Berühmtheit erlangte.

Funke hat sich von da Vincis Werk "Das Abendmahl" anregen lassen und zeigt mit einem Augenzwinkern 13 bekannte Persönlichkeiten, die um eine Tafel herum sitzen und Thüringer Spezialitäten schlemmen. Berühmte Thüringer wie Luther, Schiller oder Goethe sind ebenso dabei wie Angela Merkel als Kloßmarie und Barack Obama als Bratwurstkönig.

Drinnen im Museum steht Thomas Mäuer zwischen historischen Schlachtwerkzeugen und erzählt, dass jährlich 40 Millionen Thüringer Rostbratwürste produziert werden, die aneinandergelegt zweimal um die Erdkugel reichen. Mäuer ist der Mitbegründer des Museums, das 2006 vom Verein Freunde der Thüringer Bratwurst eröffnet wurde.

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