Dienstag, 19. März 2019

Kreuzfahrten Von New York in die Karibik

Häusermeer und Palmenstrand: Von New York per Schiff in die Karibik
TMN

Großstadt oder Palmenstrand, Kultur oder Ausspannen, Shopping oder Faulenzen? Wer im Urlaub alles kombinieren, muss kreativ denken. Und etwa von New York aus zur Karibik-Kreuzfahrt starten. Wer will, kann noch bei der NASA und bei Disneyworld vorbeischauen.

New York - New York ist anstrengend. Die Weltmetropole bietet so viel - und ist so teuer -, dass man keine Minute im Hotelzimmer vergeuden mag. Museen, Konzertsäle und Boutiquen zwingen dazu, ständig auf Achse zu sein. Und nur für einen Kurztrip lohnt die Anreise nicht. Aber warum nicht einfach die Kräfte zehrende Großstadt mit einer entspannten Kreuzfahrt in die Karibik kombinieren? Ein paar Tage Manhattan, eine Woche in die Karibik und noch einmal ein paar Tage New York. Wer spitz rechnet, kann alles schon für deutlich weniger als 2000 Euro bekommen. Die Kombination ist in den USA und Kanada üblich, in Deutschland aber noch ein Geheimtipp.

Jahrhundertelang war New York das klassische Tor nach Amerika. Millionen Einwanderer kamen per Schiff, zumeist in den Zwischendecks der großen Dampfer und schaukelnden Segler. Wer heute über das Wasser nach New York kommt, ist finanziell deutlich besser gestellt. Die Karibik ist nicht mal drei Tagesreisen von New York entfernt. Die schwimmenden Hotels fahren zwar nicht viel schneller als ein Radfahrer. Dafür fahren sie Tag und Nacht durch. Natürlich bleiben bei einer einwöchigen Fahrt nur zwei, drei Tage für die sonnigen Inseln. Aber wie auf jeder Kreuzfahrt ist der Weg das Ziel.

Viele Kreuzfahrtschiffe fahren an der West Side von Manhattan ab. Von den Touristenvierteln Manhattans sind das mit dem Taxi ein paar Minuten. Selbst mit dem Bus sind die großen Anleger gut zu erreichen. Ein zweiter Liegeplatz ist Brooklyn. Vom Times Square sind es nicht einmal zehn Kilometer, manche Hotels bieten sogar einen Fahrservice an. Ein dritter Abfahrtspunkt liegt auf der anderen Seite von Manhattan. Cape Liberty Cruise Port ist schon in New Jersey, aber in Sichtweite der Freiheitsstatue. Von Manhattan aus fährt man mit dem Taxi rund 20 Kilometer.

Das Einchecken verläuft wie am Flughafen. Es gelten sogar die gleichen Gewichtsbeschränkungen, 23 Kilogramm. Auch die Sicherheitskontrollen sind ebenso streng. Alkohol darf nicht mit an Bord. Die Kabinen sind eng - allerdings kaum kleiner als ein typisches Hotelzimmer in New York. Alles Notwendige ist da, Minibar, Fernseher, Bad und Dusche.

Von Lady Liberty zum Weltraumbahnhof

"Wir wollten unbedingt mal nach New York", sagen Dagmar und Wolfgang Bernaschek aus Bad Liebenwerda. "Aber eine Kreuzfahrt wollten wir auch immer mal machen und in die Karibik auch." Für nur fünf, sechs Tage New York war den Brandenburgern der Flug zu teuer und die Zeitumstellung zu mühsam. "Weil Karibik per Kreuzfahrt von Europa aus zu teuer ist und viel zu lange dauert, habe ich mal geguckt, was das von New York aus kostet. Und wir waren überrascht, wie günstig das ist, wenn man ein paar Kompromisse macht."

Für die Bernascheks hieß das, sich die Kabine mit einem befreundeten Paar zu teilen. "Klar ist das eng", sagt Bernd Fritsche, der mit seiner Freundin mitgekommen ist. "Aber man ist in der Kabine ja auch nur zum Schlafen und ansonsten ständig auf dem Schiff unterwegs." Nach ein paar anstrengenden Tagen mit Museen und Kaufhäusern in New York sei die Fahrt in die Sonne genau das Richtige gewesen. "Und allein die Ausfahrt aus dem Hafen war schon alles wert."

Langsam gleitet das Schiff an Manhattan vorbei mit einem Logenblick auf Empire State Building und Rockefeller Center, vorbei an Penn Station und Madison Square Garden. Und natürlich an der Freiheitsstatue. Bei der Ausfahrt scheinen alle Passagiere an der Steuerbordseite zu stehen, um Lady Liberty zu sehen und sich mit ihr fotografieren zu lassen.

Schon am nächsten Morgen ist die Luft deutlich wärmer, das Schiff ist nun auf Höhe der US-Südstaaten. Noch ein Tag und eine Nacht auf See, dann läuft das Schiff in den ersten Hafen ein. Bei vielen Redereien heißt der erste Stopp Port Canaveral. Das klingt nicht nur so ähnlich wie der US-Weltraumbahnhof, es ist tatsächlich der Hafen, von dem aus die Tanks der Space Shuttles wieder aus dem Meer gefischt werden. Das gewaltige Gebäude des NASA-Centers ist von Bord aus leicht zu sehen, und die Passagiere hätten sogar Ehrenplätze bei einem Raketenstart - aber dazu gehört schon viel Glück.

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