Samstag, 22. September 2018

Shoppingtour durch Barcelona Flüssiggold und Hanfschuhe

Barcelona: Tipps für den Shoppingtrip
Simone Lankhorst

Barcelona, die alte Kulturstadt, ist sich für Konsumfreuden nicht zu schade. Einkaufslustige finden hier handgefertigte Espadrilles, kostbares Olivenöl, edle Pralinen und nach Kundinnenwunsch individualisierte Handtaschen. Auch modebewusste Männer kommen in der Trendsettermetropole auf ihre Kosten.

Barcelona - Berlin am Meer, das wäre die perfekte Stadt. Barcelona kommt diesem Ideal schon sehr nahe. Wer die Einkaufsmöglichkeiten und das Trendsettergespür Berlins mag, wird Barcelona lieben. Die Hauptstadt der autonomen Region Katalonien liegt gerade einmal zwei Flugstunden von Deutschland entfernt und wird von vielen Fluggesellschaften angeflogen - idealer Zeitpunkt für ein Shoppingwochenende jetzt im Juni, wenn es noch nicht zu heiß und die Stadt noch nicht mit Touristen überlaufen ist.

Bester Ausgangspunkt für den Start in den Shoppingtag ist Passeig de Gràcia, die Hauptschlagader Barcelonas und teuerste Straße von ganz Spanien. Hier haben die großen Designer ihre Läden, darunter, an Haus Nummer 49, das katalanische Label Armand Basi. Bekannt ist die 1986 gegründete Marke für ihre Männerkollektionen, und für die Hose, die Lady Gaga einmal trug, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn es nach Basi geht, ziehen sich modebewusste Männer diesen Sommer bunt an: Hosen in grün und gelb, Hemden und Shirts im neuaufgelegten Hawaiilook, der cooler und figurbetonter ist als das Original.

Neben exklusiven Shoppingmöglichkeiten finden sich drei der größten architektonischen Sehenswürdigkeiten Barcelonas am Passeig de Gràcia, alle drei schönster Ausdruck des katalanischen Modernismus, der künstlerischen Blütezeit Barcelonas um 1900: Die "Casa Amatller" von Josep Puig i Cadafalch, die "Casa Batlló" von Antoni Gaudí mit ihren an Totenköpfe erinnernden Balkonen, und die "Casa Lleó Morera" von Lluís Domènech i Montaner. Praktischerweise liegen alle drei nebeneinander. Das spart Kräfte, die man anschließend in den Besuch der Rambla und ihrer Nebenstraßen stecken sollte.

Eine Markthalle als Gourmettempel

Mitten an der berühmten Einkaufspromenade, die sich fast anderthalb Kilometer von der Plaça de Catalunya bis zum Hafen erstreckt, liegt die Markthalle "La Boqueria". Die Ursprünge des Marktes datieren bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Der Markt soll zu den besten der Welt zählen. Tritt man durch den berühmten Eingang mit den Glasmosaiken des katalanischen Architekten Antoni Falguera i Sivilla, ist man von der Vielfalt an Sinnesseindrücken für einen Moment wie erschlagen.

Früchte und Gemüse in allen erdenklichen Farben, wie Gemälde arrangierte Süßigkeiten, der Geruch seltener Gewürze, die Rufe der Händler, die frischen Tunfisch oder Rinderhälften zerlegen. Es herrscht ein Gedränge wie in einem marrokanischen Souk. Für die Katalanen ist La Boqueria genauso magnetisch wie für die Touristen, schließlich kauften schon die Urgroßeltern hier ein, die Händler stehen oft in fünfter Generation hinter ihrem Stand.

Und die Qualität der Produkte ist hoch. Gourmets kommen hier voll auf ihre Kosten - bei einem Glas Cava kostet die Scheibe des berühmten Jamón Ibérico, auch bekannt als Pata Negra, zwar bis zu 20 Euro. Den zartwürzigen Geschmack dieser Schinkenspezialität vergisst man dafür sein Leben nicht mehr, wie die glücklich kauenden Standbesucher versichern.

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