Dienstag, 26. März 2019

Französische Mittelmeerküste Schroffe Klippen und liebliche Düfte

Fréjus: Ausflüge in die Provence und zur Côte d'Azur
TMN

Fréjus ist der ideale Ausgangspunkt für Erkundungen entlang der französischen Mittelmeerküste. Die Provence liegt vor der Haustür, nach Nizza oder Monaco ist es nicht weit. Auch kleine Wandertouren in den Bergen bieten sich an. Wer mal keine Lust auf Ausflüge hat, legt einen Badetag ein.

Fréjus - Würzige Mittelmeerluft weht zum Fenster herein, Taue knarzen, Segel knattern im Wind. Die Apartments an der Marina von Port Fréjus sind nicht nur bei Wassersportlern beliebt. Auch wer kein Boot in die gut 20 Jahre alte Anlage zwischen den Altstädten von Fréjus und St. Raphael mitbringt, findet hier einen guten Platz, um Badeurlaub mit der Erkundung von Provence und Côte d'Azur zu verbinden. In bequemen Tagesetappen mit dem Auto oder der Bahn lassen sich Cannes, Antibes, Nizza, St. Tropez oder Monaco besuchen.

Selbst eine Fahrt nach Marseille oder Aix-en-Provence ist nicht zu weit. Im Hinterland lockt die Parfumstadt Grasse, weiter in den Bergen reihen sich Seen und Dörfer aneinander, bis der eindrucksvolle Grand Canyon du Verdon erreicht ist. In Sichtweite des Urlaubsdomizils lädt das Esterel-Gebirge zu Wanderungen ein.

Port Fréjus ist eine kleine Welt für sich - gebaut, um dem alten Fréjus seinen Zugang zum Wasser wiederzugeben. Der historische römische Kriegshafen war seit Langem verlandet. Port Fréjus verbindet moderne Mittelmeerarchitektur mit dem Konzept von Badeorten, wie sie vor 100 Jahren gebaut wurden. Um das Hafenbecken bilden Geschäfte, Bars und Restaurants die Kulisse für das Treiben der Freizeitkapitäne.

Flach ins Wasser abfallende Strände schließen unmittelbar an die Anlage an. Ein ehemaliger Flugplatz der Marine bietet Schwimmhalle und Sportplätze. Das Militärgelände ist heute ein Naturpark. Wie oft an der französischen Mittelmeerküste überwiegen in der sommerlichen Ferienzeit einheimische Urlauber. Zumindest ein paar Brocken Französisch erleichtern das Leben, etwa beim Kauf des Frühstücksbaguettes oder im Restaurant.

Über die eindrucksvolle Panoramastraße in die Parfumstadt Grasse

"Unsere Gäste sind Europäer, zumeist Franzosen, aber auch Belgier, Deutsche, Italiener und Portugiesen", erzählt Sandie Banharés, die zwei Ferienwohnungen in der Anlage vermietet. An der Wirtschaftskrise ist auch Port Fréjus nicht vorbeigekommen. "Wir waren in der Region aber nicht so stark betroffen", sagt Banharés. Die Stadt entwickle ihre touristischen Aktivitäten weiter. Der Hafen wird vergrößert - und es gebe Pläne für ein Casino.

Ein Tagesausflug führt nach Grasse, das historische Zentrum der Parfumherstellung, wo mehrere Fabriken duftende Essenzen kreieren und Besucher in die Hallen schauen lassen. Um sie anschließend im Probenraum mit verführerischen Duftwolken zu umnebeln und zum Einkauf zu motivieren. Der Ansturm auf das eigentlich beschauliche Städtchen hat seit dem Welterfolg des Romans "Das Parfum" von Patrick Süskind noch zugenommen.

Die Fahrt nach Grasse lässt sich mit der Besichtigung des Grand Canyon du Verdon kombinieren. Man plant besser einen ganzen Tag für die eindrucksvolle Schlucht ein, die der Verdon-Fluss mit seinem türkisblauen Wasser in das Kalksteinmassiv gewaschen hat. Die Panoramastraße bietet immer wieder eindrucksvolle Ausblicke.

Schon das Beobachten der Kletterer an den steilen Felswänden lässt manchen schwindeln. Über ihnen ziehen Adler ihre Kreise in der aufsteigenden Luft. Am Übergang des Lac de Ste-Croix in die Schlucht vergnügen sich Touristen in Tretbooten, vom Balkona de la Mesa bietet sich ein Ausblick fast wie vom Rand des Grand Canyon in Arizona.

Wem der Sinn mehr nach Großstadttreiben steht, der erreicht von Fréjus aus in gut zwei Stunden Marseille. Ein Umweg über die Calanques östlich der Stadt lohnt sich, denn die schmale Straße entlang der schroffen Steilküste bietet tolle Blicke aufs Meer. In Marseille genießt man einen schönen Blick über den alten Hafen von der etwas eigenwilligen Kirche Notre Dame-de-la-Garde aus.

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