Montag, 10. Dezember 2018

Kameha Grand Bonn Nobles Glashaus am Rhein

Wer in diesem Glashaus sitzt, darf mit Scheinen werfen: Mit opulenten Suiten, einer riesigen Eventhalle, Edel-Spas und Rothschild-Lounge will Kameha-CEO Carsten K. Rath in seinem neuen Bonner Haus an der Renaissance der Grandhotellerie teilhaben. Mit manager-magazin.de sprach der Hotelier über Branchentrends und die Lust am Luxus.

mm.de: Sie eröffnen in Bonn ein neues Luxushotel. Warum ausgerechnet dort?

Rath: Wir haben genau analysiert, in welche Stadt wir zuerst gehen wollen. Für Bonn haben sehr viele Argumente gesprochen. Unter Berücksichtigung der Marktkapitalisierung der 30 Dax-Konzerne rangiert Bonn nach München und Düsseldorf auf dem dritten Platz. Bonn hat eine unglaubliche Finanzkraft. Hier sitzen Unternehmen wie die Deutsche Post, die Postbank, die Telekom, Solarworld und Haribo, um nur ein paar zu nennen. 18 UN-Organisationen sind in Bonn. Die Stadt hat mit dem Wegzug der Regierung nichts von ihrer Internationalität verloren.

Und wir wollen Häuser an besonderen Plätzen bauen - an Lieblingsplätzen, wie wir sie nennen. Zehn Meter unterhalb der Hotelterrasse ist das Rheinufer. Wir haben den ganzen Tag Sonne und schauen gegenüber auf die Rheinauen in ein Naturschutzgebiet, das nie bebaut werden darf. Die Lage ist spektakulär. Und gut erreichbar: In einer Viertelstunde ist man am Flughafen Köln-Bonn, in elf Minuten am ICE-Bahnhof, um in 38 Minuten am Flughafen Frankfurt zu sein.

mm.de: Das Bonner Dorint am Venusberg hat sich freiwillig auf vier Sterne zurückstufen lassen, weil viele Firmen in ihren Reiserichtlinien den Besuch von Fünf-Sterne-Hotels nicht mehr gestatten. Sie machen am Bonner Bogen jetzt ein neues Fünf-Sterne-Haus auf …

Rath: Nein. Wir machen kein Fünf-Sterne-Haus auf. Wir positionieren uns als ein Lifestyle-Hotel, das an die alte Tradition der Grandhotels anknüpft. Wir haben aber nirgendwo gesagt, dass wir uns vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga als Fünf-Sterne-Haus klassifizieren lassen wollen.

Der Dehoga richtet die Einstufung ausschließlich am Vorhandensein von Serviceleistungen und Produkten aus - nicht an deren Qualität. Unser Ansatz ist anders. Ich möchte der Bewertung durch die Gäste nicht durch die Klassifizierung vorgreifen. Wir sind allerdings sehr glücklich darüber, dass wir Mitglied bei "Leading Hotels of the World" werden.

mm.de: Was bedeutet denn Grandhotellerie für Sie?

Rath: Heute verknüpft man sie oft mit Plüsch, Nostalgie und einer etwas steifen Atmosphäre. Das ist aber nicht das, wofür Grandhotellerie eigentlich steht. Die hat immer Lebensstil geprägt, war ihrer Zeit voraus und hoch innovativ. Das erste Haus, in dem es Elektrizität gab, war das Ritz in Paris. Das erste Haus, in dem es fließend warmes und kaltes Wasser gab, war das Adlon in Berlin. Wir werden modern sein, Dinge hinterfragen, anders sein. Es gibt für uns nur eine einzige Frage: Was will der Gast?

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