Dienstag, 26. März 2019

Bretagne Das schöne Ende der Welt

Wunderschöne, abgeschiedene Buchten, idyllisch verschlafene Dörfer und jede Menge irreführende Straßenschilder, die ins Nirgendwo führen: Der bretonische Landstrich Finistère heißt nicht umsonst zu deutsch "Ende der Welt". Ein Besuch in Frankreichs wildem Westen.

Quimper - Hierher verirrt sich niemand zufällig. Aber wer hier ankommt, wird sich mit einiger Sicherheit zunächst einmal verirren. Denn Finistère heißt auf Deutsch nicht nur das "Ende der Welt": In dem Landstrich im äußersten Westen der Bretagne und damit ganz Frankreichs führen Sträßchen ins Nirgendwo und existieren auf der Karte verzeichnete Orte schlichtweg nicht - scheinbar zumindest.

Sicher ist dagegen: Wer einen ebenso spannenden wie entspannten Sommerurlaub verbringen will, findet in Finistère ein gutes Ziel. Sinnvoll ist es, eines der vielen Ferienhäuser zu mieten - am besten eines mit Grün drum herum. Absolut nötig sind ein Auto und eine gute Karte.

Letztere ist eine, auf der auch das Ferienhaus verzeichnet ist. Denn bretonische Dörfer bestehen nicht nur aus einer Durchgangsstraße und aneinander geduckten Gebäuden. Hier heißt es oft: Da steht ein Haus und dort ein anderes, gerne am Ende von Sackgassen. Die Gebäude sind zwar auf Schilder gemalt, die an vielen Kreuzungen stehen. Aber zumindest Ortsfremden hilft das nur sehr bedingt weiter.

Eines müssen Urlauber in Finistère dagegen nicht lange suchen: die Küste. Schließlich brandet von Norden, Süden und Westen der Atlantik mit teilweise abenteuerlich hohen Wellen an die hügelige, üppig grüne Region heran. Besonders faszinierend präsentiert sich die Westküste.

Steilküsten und Sandstrände

Hier ragen das Pays de Bigouden, die Halbinsel von Crozon und die Côte des Abers wie drei mehr oder weniger dicke und lange Finger ins Meer. Das bedeutet viele Hundert Kilometer Küstenlinie mit jeder Menge zu entdeckenden Buchten, Steilküsten und Sandstränden.

Eine dieser Buchten ist die Baie d'Audierne, mit der das Pays de Bigouden, der südlichste Finger, sozusagen in den Atlantik übergeht. Der Ozean wird zwar selbst im Hochsommer nicht annähernd so warm, wie sich viele vom Mittelmeer Verwöhnte das wünschen dürften. Aber zum Planschen eignet er sich durchaus - und mehr noch zum Windsurfen und Wellenreiten. Für beides werden an vielen Stränden Kurse angeboten.

Wer lieber an Land bleibt, aber dennoch Seeluft schnuppern will, schlendert die mehr als 20 Kilometer lange Baie d'Audierne entlang - um rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf der Terrasse des Café "Penn Ar Bed", dem bretonischen Wort für Finistère, beim Örtchen Plozevet anzukommen. Oder er schaut bei Ebbe den Strandseglern zu, die über den Sand flitzen - vorbei an Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg, die alle paar Hundert Meter wie vom Himmel geworfen vor sich hin wittern.

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