Mittwoch, 20. September 2017

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New York Stadtviertel für 5,4 Milliarden Dollar verkauft

Es ist einer der teuersten Immobiliendeals der US-Geschichte: Zusammen mit einer Investmentbank kauft Jerry Speyer zwei New Yorker Siedlungen mit 110 Mietshäusern. Der Investor ist kein Unbekannter. Rockefeller Center, Chrysler Building und das ehemalige Pan-Am-Gebäude in New York gehören ebenfalls zu seinem Imperium.

New York – Die beiden Siedlungen Stuyvesant Town und Peter Cooper Village gehören zu den letzten Refugien der Mittelklasse im Hochpreis-Bezirk Manhattan. Generationen von New Yorker Polizisten, Lehrern und Krankenschwestern haben hier in den braunen Mietshaus-Komplexen eine halbwegs bezahlbare Unterkunft gefunden, seit die Gebäude 1947 im Auftrag der Versicherung Metropolitan Life gebaut wurden. 25.000 Menschen wohnen in 11.232 Wohnungen, die sich auf 110 Mietshäuser verteilen.

Jetzt sind die Wohnklötze nach einem spektakulären Wettbieten für einen ebenso spektakulären Preis verkauft worden: Der Immobilienmogul Jerry I. Speyer, gut verdrahtet mit der New Yorker Bankerszene, übernimmt die insgesamt 40 Hektar großen Siedlungen für 5,4 Milliarden Dollar, umgerechnet 4,3 Milliarden Euro.

Speyers weltweit aktive Immobilienfirma Tishman Speyer fädelte das Geschäft gemeinsam mit der Finanzdienstleister Blackrock ein, an der wiederum die Investmentbank Merrill Lynch Börsen-Chart zeigen mit knapp 50 Prozent beteiligt ist. Das Konsortium bot etwas mehr als die Immobilienfirma Apollo, die 5,33 Milliarden Dollar zahlen wollte.

Insgesamt hatten Anfang der Woche acht Interessenten ihre abschließenden Gebote abgegeben – zu den Bewerbern gehörten einige der prominentesten Unternehmen der New Yorker Banken- und Immobilienwelt. Speyer habe das Geschäft noch in der Nacht zum Dienstag ausgehandelt, der Vertrag sei dann um zehn Uhr morgens unterzeichnet worden, berichtet die "New York Times".

Mogul mit Drähten nach Deutschland

Speyer führt die Firma Tishman Speyer, seit sie 1978 gegründet wurde. Der Immobilien-Mogul stammt zwar gebürtig aus dem US-Bundesstaat Wisconsin, hat aber in New York an der Renommier-Uni Columbia studiert und sich seither ein Netzwerk einflussreicher Freude in Geschäftswelt und Politik der Stadt aufgebaut. So verfügt er über einen guten Draht zum früheren Citigroup-Boss Sanford Weill und sitzt im Exekutivkomitee der New Yorker Notenbank-Zweigstelle.

Speyers Firma kontrolliert weltweit Geschäftsgebäude in Toplagen – zu den bekanntesten und architektonisch interessantesten zählen das Chrysler-Gebäude und der Rockefeller Center in New York, das Millbank Centre in London und der gigantische Bürokomplex Lumière in Paris. Im Geschäft mit Mietswohnungen verfügt die Firma hingegen über vergleichsweise wenig Erfahrung – sie hat aber nach eigenen Angaben bereits Wohnungen unter anderem in Frankreich und Brasilien entwickelt und leitet ein Wohnungsprojekt in Indien.

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