Donnerstag, 21. Februar 2019

Barcelona Gaudi, Gotik, Gänsegeschnatter

Was für Köln der Dom ist, ist für Barcelona die Sagrada Familia. Groß, beeindruckend und ständig von Baugerüsten ummantelt. Nur wer von hier aus durch die Stadtviertel spaziert, wird den kulturellen Reichtum der katalanischen Metropole entdecken.

Barcelona - Von weitem wirken die hohen Glockentürme fast wie die einer Kathedrale aus dem Mittelalter. Die Filigranstruktur der Turmspitzen lässt auf kunstvolle Steinmetzarbeit schließen, wie sie bei großen Sakralbauten üblich ist. Nähert man sich jedoch Barcelonas Sagrada Familia, wird schnell deutlich: hier hat man es mit einer völlig anderen Architektur zu tun.

Gaudis Vermächtnis: Sagrada Familia in Barcelona
Der unfertige Rohbau wird von den verspielten Elementen des Jugendstils dominiert, der auch das Stadtbild der katalanischen Metropole maßgeblich prägt.

Allein die Anzahl der geplanten Kirchtürme sprengt alle herkömmlichen Vorstellungen: Ganze zwölf sollen es rund um die Fassaden werden; das entspricht der Anzahl der Apostel. Acht sind bislang fertig gestellt, und von den gut 100 Meter hohen Osttürmen hat der Besucher einen grandiosen Ausblick auf die Stadt.

In Planung befinden sich auch noch das zentrale Kuppelgewölbe zu Ehren Jesu und ein weiterer Turm der Jungfrau Maria. Schon seit 1882 wird an der Sagrada Familia gebaut. Sie ist das künstlerische Vermächtnis des Architekten Antoni Gaudi, der wie kein anderer dem katalanischen Jugendstil seine besondere Note verliehen hat.

Dabei ist der Ausgangspunkt der Gotik unverkennbar, der ersten architektonischen Glanzzeit im nördlichen Spanien. Deshalb sollte sich der Barcelona-Besucher vor allem in zwei Stadtteilen gründlich umsehen - dem Barri Gotic rund um die mittelalterliche Kathedrale und dem Viertel Eixample, einem wahren Freilichtmuseum des Jugendstils mit rund 150 interessanten Gebäuden dieser Art.

Die gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert ist der Schutzpatronin der Stadt gewidmet, der heiligen Eulalia, die unter dem Hochaltar begraben liegt. An sie erinnern auch die ihr heiligen Gänse. An einem Brunnen mitten im Kreuzgang machen sie häufig mit lautem Geschnatter auf sich aufmerksam.

Beeindruckende gotische Kirchen gibt es im mittelalterlichen Stadtkern viele. Erwähnt sei noch die Santa Maria del Mar, die unweit des Hafenviertels liegt. Sie wird von Kennern oft als schönster Kirchenbau in Barcelona bezeichnet - nicht zuletzt wegen ihrer großartigen Glasfenster, die teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammen.

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