Sonntag, 25. Juni 2017

Hamburg Abschied von Mary

Nach einer aufregenden Nacht verließ die "Queen Mary 2" am Morgen den Hamburger Hafen. Tausende standen Spalier, um einen letzten Blick auf die Königin der Meere zu werfen. Wann der Luxusliner wiederkehrt, steht noch nicht fest. Sicher dagegen ist: Noch in diesem Jahr wird die "Queen Elizabeth 2" in Hamburg festmachen.

Hamburg - Die Königin geht - und alle sind glücklich: Kapitän Ronald Warwick, der vom Empfang in Hamburg überwältigt war: "So viele Menschen habe ich nicht erwartet, das habe ich in meinem Leben als Kapitän noch nicht erlebt", die britische Cunard-Reederei, die nach Hin und Her ein Wiederkehren der "Queen Mary 2" für 2006 in Aussicht stellte, die Hamburg-Tourismus-Vertreter, die sich über den vollen Erfolg des Besuchs als Touristenattraktion freute und über die zahlungskräftigen Amerikaner in der Stadt - und vor allem die Hamburger.

"Queen Mary 2" im Hamburger Hafen: Die Hansestadt ist neben Rotterdam der einzige Hafen des europäischen Festlands, der von dem Luxusliner dieses Jahr angelaufen wird
Am Dienstagmorgen legte das Schiff der Superlative mit einem Wendemanöver vom Grasbrook-Terminal in der Hafencity wieder ab. Wegen seiner Länge von 345 Metern musste es dabei in ein Seitenbecken des Hafens einscheren. Schlepper begleiteten die "QM 2", doch der Hightech-Liner hatte Hilfe nicht nötig. Mit der Flut verließ er die Hansestadt Richtung Southampton. Mehrere tausend Schiffsfreunde standen schon am frühen Dienstagmorgen an der Elbe, um den Giganten aus Stahl noch ein letztes Mal zu sehen. Viele winkten den noch verschlafenen Gästen an Bord zu. 24 Stunden lang hatte das größte und teuerste Passagierschiff der Welt, die "Queen Mary 2", am Grasbrook-Terminal vor Anker gelegen.

  "Queen Mary 2":  Der größte beleuchtete Schriftzug auf See   Erste Malerarbeiten:  1238 Crew-Mitglieder sorgen für Schiff und Passagiere   Restaurant "Britannia":  Auf dem Gobelin der niederländischen Textilkünstlerin Barbara Broekman flattern Luftschlangen über die "QM 2" vor der New Yorker Skyline
  Boardwalk Café:  Wer von den kulinarischen Genüssen in den acht Restaurants genug hat, bekommt an Deck Fast Food   Teppich im Ballsaal "Queens Room":  Mischung aus Art déco und amerikanischem Lifestyle   Andrang auf dem Kibbelsteg:  Bis zu 400.000 Neugierige strömten durch die Speicherstadt zur "QM 2"
  Schornstein in den Cunard-Farben:  Die Dampfpfeife stammt von der "Queen Mary 1" von 1936, die heute in Los Angeles liegt   Hubschrauberlandeplatz auf dem Oberdeck:  In rund 60 Meter Höhe ist der Ausblick wie von einem Hochhaus   "Queens Room":  Vier Gentlemen Hosts fordern die Damen zum Tanz
  Bibliothek:  Sie ist die größte auf See, dunkelrote und sandfarbene Polstersessel laden zur geruhsamen Lesestunde   Automaten-Casino:  Auf den einarmigen Banditen räkeln sich Frauenskulpturen im Charleston-Kostüm   "Illuminations":  Das einzige schwimmende Planetarium weltweit

Kunstwerk mit Tiefgang
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Am frühen Montagmorgen war der Luxusliner begeistert begrüßt worden. Das erste Blitzlichtgewitter empfing ihn bereits bei Cuxhaven gegen Mitternacht. Wright: "Da habe ich mich entschlossen, die Passagiere mit dem Schiffshorn aus dem Schlaf zu wecken." In Hamburg beobachteten die Menschen an Land von Uferwegen, Terrassenlokalen und Anleger-Pontons den 870 Millionen Euro teuren Atlantik-Liner im morgendlichen Nebel. Viele Schaulustige begleiteten das Schiff per Fahrrad auf dem Elbuferweg.

Allein am Kai warteten nach Polizeiangaben 10.000 Neugierige auf die Ankunft der "QM 2", die von einem großen Polizeiangebot vor möglichen Terroranschlägen geschützt wurde. Insgesamt hatten 50.000 Menschen an den Ufern der Elbe und auf Barkassen das Einlaufen beobachtet, bei strahlendem Sonnenschein strömten weitere 250.000 nach Polizeiangaben über den Tag verteilt zum Fest in der Hafencity, um das Schiff aus der Nähe zu bestaunen. Eine Besichtigung war allerdings nicht möglich, Fußgänger und Radfahrer durften nur bis zu 30 Meter an das Schiff heran. Am Abend wurde ein Feuerwerk zu Ehren des Luxusliners und der Gäste im Hafen abgebrannt.

  "Queen Mary 2" kommt:  Von bis zu 300 Booten eskortiert fährt das Kreuzfahrtschiff in den Hamburger Hafen ein   Die Königin im Nebel:  Rund 300.000 Schaulustige erwarten die "QM 2" in Hamburg   Ein Polizist am Eingang zur "QM 2":  Rund 200 Sicherheitskräfte sichern den Luxusliner
  "QM 2" vor den St. Pauli-Landungsbrücken:  Hamburg feiert seinen königlichen Gast   "QM 2" auf der Elbe:  Zu nachtschlafender Zeit zieht es die Fans ans Wasser   Baden im Pool am Bug:  Die "QM 2" hat fünf Swimmingpools
  Ein einmaliger Moment in Pixel gebannt:  "QM 2" in Fahrt   Festgemacht:  Am Montagmorgen erreicht der Luxusliner vor 7 Uhr etwas zu pünktlich den Grassbrook-Terminal   Lobby mit Passagieren:  Maximal 2620 kann das Schiff aufnehmen, um die sich 1238 Crew-Mitglieder kümmern

"Queen Mary 2"
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Zurzeit ist das Schiff ausgebucht. An Bord befinden sich ein Drittel Amerikaner und ein weiteres Drittel Briten, der Rest ist den Angaben zufolge bunt gemischt. Die günstigste Überfahrt von Southampton nach New York in einer Innenkabine ist nach Cunard-Angaben für 1710 Euro zu haben. Die rund 2620 Passagiere verbrachten den Tag in Hamburg oder bei Ausflügen, 700 von ihnen, hauptsächlich Amerikaner, nutzten die Gelegenheit und fuhren für einen Tag nach Berlin.

Erst für 2006 hat Cunard einen erneuten Besuch der "Queen Mary 2" in Hamburg angekündigt. Statt ihrem neuen Flaggschiff schickt die britische Reederei jedoch im kommenden Jahr die "Queen Elizabeth 2" nach Hamburg - und zwar gleich zweimal: am 30. Mai und 8. Juli.

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