Samstag, 23. Februar 2019

Luxushotel "Eine Legende mit Zukunft"

Noch arbeiten die Handwerker auf Hochtouren - doch die Eröffnung des Grand Hotel Heiligendamm rückt immer näher. Das Luxushaus soll feste Adresse für Manager wie Politiker werden.

Wird bald wieder eröffnet: Grand Hotel Heiligendamm Seebrücke

Heiligendamm - Auf dem Baustellenschild ist der Schriftzug "Eine Legende mit Zukunft" zu lesen. Einst genoss der Hochadel am Ostseestrand die Sommerfrische - vom Frühjahr 2003 an soll das Ostseebad Heiligendamm erneut die Großen, Wichtigen und Reichen der Welt anlocken. Die Vorbereitungen für die Eröffnung des Kempinski Grand Hotels Heiligendamm laufen. 5000 Übernachtungen sind schon gebucht. "Wir fiebern der Eröffnung entgegen“, sagt Hotelchef Thomas Klippstein.

Für den 40-Jährigen Hotelmanager ist es bereits die dritte Hoteleröffnung seiner Karriere, die ihn von Bangkok über Istanbul und Frankfurt am Main nach Heiligendamm führte. Das Grand Hotel will er zu "einer der besten Adressen Europas“ machen. Auf internationalem Parkett ist Klippstein ebenso zu Hause wie im beschaulichen Mecklenburg: Seine Heimatstadt ist Rostock, und seine Hotellaufbahn begann er 1978 im Hotel Neptun in Warnemünde.

5000 Übernachtungen sind schon gebucht: Ein Musterzimmer des Grand Hotels Heiligendamm
Nur etwa 20 Kilometer westlich von Warnemünde lässt die Kölner Fundus-Gruppe die 1793 gegründete "Weiße Stadt am Meer" mit ihren klassizistischen Bauten für rund 232 Millionen Euro in altem Glanz erstrahlen. Unter den deutschen Seebädern werde Heiligendamm schon bald wieder "die Perle" sein, ist Fundus-Chef Anno August Jagdfeld überzeugt. Ende März/Anfang April 2003 soll das Grand Hotel an Kempinski übergeben werden.

"Der genaue Tag für die Eröffnung steht noch nicht fest", sagt Klippstein. Aber vor dem "Tag X" liegt auf jeden Fall ein mehrwöchiger Probetrieb. "Wir müssen doch sehen, ob der Wasserdruck auch hält, wenn in allen Zimmer gleichzeitig der Hahn aufgedreht wird“, sagt der Hotelier augenzwinkernd. Im Vollbetrieb sollen später 200 Angestellte für das Wohl der Gäste sorgen. "Das ist die größte und schwierigste Aufgabe: Wir müssen die richtigen Leute finden."

Nobles Wohnen: Ein weiteres Musterzimmer des Grand Hotels Heiligendamm
Wie in den renommierten Kempinski-Häusern Adlon in Berlin und Atlantic in Hamburg sollen auch in Heiligendamm internationale Top-Politiker residieren. "Wir stehen in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und ausländischen Konsulaten und Botschaften", sagt Klippstein, der sich Gipfeltreffen vorstellen kann. Erfahrungen bringt er mit: Im Ciragan Kempinski in Istanbul war er für die OSZE-Konferenz mit 56 Staats- und Regierungschef verantwortlich. Heiligendamm soll auch für Manager und Kongressveranstalter eine feste Adresse werden.

Im Tourismusgeschäft hoffen die Hotel-Planer langfristig auf eine Auslastung von 75 bis 80 Prozent. "Dann sind wir zufrieden", sagt der Hotelchef. Die Fundus-Gruppe hatte in der Vergangenheit sogar 90 Prozent Auslastung als Ziel angegeben.

© manager magazin 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung