Freitag, 27. Mai 2016

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125 Jahre Kreuzfahrten Vom Kapitänsdinner zur wilden Sause

125 Jahre Kreuzfahrten: Die Geschichte in Bildern
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TMN / Aida Cruises

Vor 125 Jahren startete die erste Kreuzfahrt der Welt - damals ein Vergnügen für Reiche, die es sich leisten konnten, für eine Reise das dreifache Jahreseinkommen eines Arbeiters auszugeben. Mittlerweile ist der Urlaub auf See erschwinglicher geworden - und ein umkämpfter Markt.

Es war eine illustre und vor allem betuchte Gesellschaft, die am 22. Januar 1891 in Cuxhaven an Bord der "Augusta Victoria" ging: Rittergutsbesitzer, Kommerzienräte, Konsuln, Bankiers. Kein Wunder: Der Preis für die bevorstehende Fahrt überstieg mit bis zu 2400 Goldmark das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeiterhaushalts um das Dreifache. Dafür wurden die 174 Passagiere allerdings auch Zeugen eines historischen Ereignisses: der ersten Kreuzfahrt der Welt. Bei der Abfahrt schaute sogar Kaiser Wilhelm II. vorbei.

Bis dato war der Zweck von Schiffen, Passagiere und Fracht möglichst schnell von A nach B zu bringen. So war das auch bei der "Augusta Victoria" von Hapag, die normalerweise auf der Route von Hamburg nach New York fuhr. Doch in den Wintermonaten wagte sich kaum jemand auf die stürmische Reise. So hatte Reeder Albert Ballin eine Idee: Warum nicht mit dem Schiff im Winter in wärmere Gewässer fahren - nur so zum Vergnügen?

"Mit dieser Idee stand er damals ganz alleine da", erzählt Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und damit so etwas wie der Nachfolger von Ballin. "Zur See fuhr man damals einfach nicht freiwillig." Als 57-tägige "Exkursion" war die Fahrt mit der "Augusta Victoria" ausgeschrieben. Von "Kreuzfahrt" sprach damals noch niemand, "Lustreise" oder "Vergnügungsreise zur See" waren neben "Exkursion" die gängigen Bezeichnungen. Von Cuxhaven ging es unter anderem nach Alexandria, Beirut und Konstantinopel.

Schneesturm im Libanon

Die ersten Tage an Bord waren wenig angenehm: In Cuxhaven gab es schon beim Auslaufen Probleme, das Meer war rau. Der Maler Christian Wilhelm Allers, der ein kleines Büchlein über die Reise schrieb, notierte: "Faulenzen auf See ist doch riesig angenehm, nur wird man dabei leichter seekrank." An den ersten Abenden war der Speisesaal wohl ziemlich leer. Als Entschädigung ließ Ballin, der persönlich an Bord war, zum Frühstück Austern servieren. Doch bald wurde es besser - und die Reise zu einem vollen Erfolg mit einigen Abenteuern: So wären vier Passagiere im Libanon beinahe bei einem Schneesturm ums Leben gekommen. Ballin ließ sie mit Maultieren retten.

Wer 125 Jahre nach dem Auslaufen der "Augusta Victoria" auf ein modernes Kreuzfahrtschiff geht, bekommt meist das Kontrastprogramm zu sehen. Statt 174 Passagieren finden auf den größten Ozeanriesen wie der "Harmony of the Seas", die 2016 in Dienst gestellt wird, weit mehr als 6000 Menschen Platz. Wasserrutschen über zehn Decks, Fallschirmspringen, Wellenreiten, Kletterwand, Autoscooter, Schlittschuhbahn: All das gibt es auf den Kreuzfahrtschiffen von heute. Und für eine Kreuzfahrt muss niemand mehr ein Vielfaches seines Jahreseinkommens ausgeben.

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