Durch den Ortskern von Reit im Winkl im bayerischen Chiemgau dürfen noch Autos kurven, das als Schneeloch geltende Skigebiet auf der Winklmoosalm dagegen ist ebenfalls autofrei. "Eine Mautstraße führt von Seegatterl aus auf den Berg, allerdings ist sie nur im Sommer für den allgemeinen Verkehr geöffnet", sagt Tourismusdirektor Florian Weindl. Im Winter fuhr viele Jahre ein Linienbus auf das Hochplateau, seit ein paar Jahren ist eine Gondelbahn im Einsatz.
In den Schweizer Kantonen gibt es - im Gegensatz zu Bayern - viele autofreie Dörfer. Das bekannteste von ihnen ist Zermatt im Kanton Wallis: Umgeben von 38 Viertausendern - einer davon das Matterhorn -, verkehren in dem urigen Promi-Bergdorf bereits seit 1947 ausschließlich Elektromobile ohne Verbrennungsmotor. Urlauber können zwar mit dem Auto bis etwa fünf Kilometer heranfahren - in Täsch muss das Fahrzeug dann allerdings geparkt werden. Zwischen Täsch und Zermatt verkehren Shuttle-Züge der Matterhorn-Gotthard-Bahn, die die Urlauber alle 20 Minuten mitten ins Dorf bringen.
Vergleichsweise ruckelig ist die Tour nach Wengen: In das Dorf in 1270 Metern Höhe am Fuß der Jungfrau fährt eine Zahnradbahn. Eine Viertelstunde dauert die Fahrt, die Urlauber von Lauterbrunnen aus in eine andere Welt bringt. Ebenfalls oberhalb des Lauterbrunnentals, auf 1650 Metern, liegt Mürren - auch in das urige Dorf im Berner Oberland geht es ausschließlich per Bahn.
Zwei autofreie Orte liegen auf der anderen Seite der Jungfrau und gehören zum Unesco-Welterbe: Die Bettmeralp und die Riederalp. Beide Gemeinden sind nur per Seilbahn zu erreichen. Ebenfalls autofrei im Wallis: Saas-Fee. Mitten in den höchsten Bergen der Schweizer Alpen liegt Saas-Fee in einem Talkessel, umgeben von 13 Viertausendern.
Die meisten autofreien Orte der Schweiz liegen im Wallis, doch auch in den übrigen 25 Kantonen gibt es zahlreiche Gemeinden, in denen das Auto im Urlaub Pause hat. Im Internet sind sie unter auto-frei.ch zu finden.
Verena Wolff, dpa
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