Der Norden Bornholms ist felsig. Hoch über den Klippen liegen die Reste der mächtigen Festung Hammershus. In wenigen Stunden ist die Hammerknude auf für Flip-Flop-Träger ungeeignetem Weg umwandert. Ein Hingucker ist das Ekkodalen (Echotal) am Rande von Almindingen, dem Zentrum Bornholms. Das lauschige Tal wird an seiner Nordwestseite von einer schroffen Felswand begrenzt.
Wer mehr über die Natur der Insel erfahren möchte, findet im Museum Natur Bornholm eine sehenswerte Ausstellung - und kann dort sogar mit einen Fuß in Skandinavien und mit dem anderen in Mitteleuropa stehen. Die Nahtstelle liegt direkt beim Museum in Aakirkeby. "Die Gäste sind sehr erstaunt, wenn sie das sehen", sagt Finn Hansen, der als Biologe im Museum arbeitet. Sein Tipp ist ein Ausflug zum Bach Læså in der Nähe. Ablagerungen aus mehr als 300 Millionen Jahren sind dort zu sehen. "Mein Lieblingsort ist ein Wasserfall bei Østerlars", verrät Hansen.
In einer der Bornholmer Räuchereien lohnt es sich, Lachs oder Hering zu probieren. Empfehlenswert ist das traditionelle Gericht "Sol over Gudhjem", Räucherheringsfilet auf Schwarzbrot mit Radieschen, Schnittlauch und einem Eigelb. Wer Fisch mit nach Hause nehmen will, kann gekühlte Reisepacks erstehen, in denen sich das Geräucherte eine gute Woche lang hält.
Neben dem Kulinarischen spielt auf der Insel auch Kunst eine große Rolle. So haben zum Beispiel die Glasbläsereien einen guten Ruf. Die Handwerker lassen sich bei ihrer schweißtreibenden Arbeit gerne über die Schulter schauen. In der Glasbläserei "Baltic Sea Glass" in der Nähe von Gudhjem vollführen die Handwerker sogar spektakuläre Kunststücke mit glühendem Glas. In Bornholms Kunstmuseum stehen neben Glas vor allen Malerei und Keramik im Mittelpunkt. Das Museum liegt spektakulär auf der Klippe Helligdom zwischen Gudhjem und Tejn. Ein schöner Weg zum Museum ist der fünf Kilometer Uferpfad von Gudhjem bis zur Klippe.
Zur Krönung eines Bornholm-Besuchs empfiehlt sich eine Stippvisite auf der benachbarten winzigen Inselgruppe Ertholmene. Bei den Granit-Schären handelt es sich um den östlichsten Punkt Dänemarks. Die nur wenige hundert Meter lange und breite Festungsinsel Christiansø ist durch eine Hängebrücke mit ihrer noch kleineren Schwester Frederiksø verbunden.
Sönke Möhl, dpa
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