Von Maren Hoffmann
mm: Aber verschwimmen die Kategorien nicht ohnehin immer mehr? Zumindest in der Einordnung nach Sternen?
Joehnk: Doch. Die niederländischen "Citizen M"-Häuser sind ein Beispiel dafür: Kleine Zimmer, so super funktional durchgestaltet, dass man ein Luxusfeeling wie im Vier- bis Fünf-Sterne-Sektor hat, und das in einem Raumvolumen, das eher dem Zwei-Sterne-Bereich entspricht. Der mobile Großstadtnomade weiß das zu schätzen, weil der Preis im Drei-Sterne-Bereich ist. Auch Kunsthotels sind völlig frei jeder Sterne-Bewertung. Da wächst einiges zusammen, auch wenn man sich als Investor natürlich immer entscheiden muss, wie viel Geld man in die Hand nimmt.
mm: Was ist Ihr persönliches Lieblingsprojekt?
Joehnk: Das sind eher kleine Hotels. Bei den Ketten will man nicht so viel falsch machen, und die Entscheider trauen sich nicht so viel, sondern setzen eher auf Bewährtes. Privatleute nehmen mehr Risiko auf sich, obwohl es sie ja noch viel härter straft, wenn es danebengeht.
Wir haben im Schwarzwald ein altes Fachwerkhotel zeitgemäß umgebaut, mit einem klaren Bezug zur Region; dort haben wir das Thema Wein aufgegriffen. Im Kokenhof in Hannover, einem Gebäude von 1556, das dem Hannover-96-Präsidenten Martin Kind gehört, konnten wir cool modernes Design umsetzen - erfolgreich. Es macht am meisten Spaß, wenn man etwas wirklich Ungewöhnliches wagen kann. Oder wenn man ein schönes Thema hat: Wir haben auch das Tierparkhotel "Hagenbeck" in Hamburg gestaltet. Das war ein echter Jungstraum.
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