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11.03.2010
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Jakobsweg

Pilgern ab Porto

Im Festjahr 2010 dürfte der klassische Jakobsweg zur Pilgerautobahn werden. Wer eine landschaftlich und kulturell reizvolle Alternative sucht, sollte es in Portugal versuchen: Der 235 Kilometer lange Caminho Português führt durch den grünen Norden des Landes und entlang der spanischen Atlantikküste.

Porto/Santiago de Compostela - Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist so beliebt wie nie zuvor. In diesem Jahr erwartet der spanische Wallfahrtsort einen historischen Pilgerrekord mit 240.000 Wanderern und zehn Millionen Besuchern. Denn 2010 feiert Santiago eines der heiligen Jakobsjahre. Das "Xacobeo" findet nur dann statt, wenn der Todestag des Apostels Jakob, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Nach 2010 ist es erst im Jahr 2021 wieder so weit. Wer den Pilgermassen auf dem französischen Weg, der populärsten Route, entgehen möchte, findet im portugiesischen Jakobsweg eine attraktive Alternative.

Der Caminho Português durch den grünen Norden Portugals und entlang der spanischen Atlantikküste gehört landschaftlich wie kulturell zu den schönsten Jakobswegen, aber er hat einen Nachteil. Er beginnt an einem Ort, den man am liebsten gar nicht verlassen möchte: Porto. Von der quirligen Hafenstadt aus starten die meisten Pilger, da der Weg von Lissabon bis Porto wenig idyllisch ist.

In Portos Altstadtgassen - seit 1996 Weltkulturerbe - verstrahlt der bröckelnde Putz der alten Häuserfassaden viel Charme. Auch die prachtvollen barocken Kirchen wie die Capela das Almas oder die Igreja de São Francisco mit kunstvollen, für den Norden Portugals typischen Kachelbildern, den Azulejos, verzaubern viele Besucher. Im Bahnhof von Porto, der Estação de São Bento, ist die Geschichte Portugals auf mehr als 20.000 Kacheln gebannt.

Zwischen Weinbergen und Winzerdörfern

Nach einem Streifzug über den quirligen Markt Mercado do Bolhão bietet sich ein Besuch im legendären Kaffeehaus Majestic an. Dort soll es den besten Kaffee der Stadt geben. Empfehlenswert ist der Aufstieg auf den 75 Meter hohen Turm der Kirche Igreja e Torre dos Clérigos. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick auf die Altstadt und den Douro-Fluss.

Dessen Uferpromenade erwacht am Abend zum Leben. Touristen und Einheimische sitzen dann in den Bars und genießen bei einem Glas Portwein den fast schon kitschigen Blick auf die kleinen Holzboote, in denen einst der süßliche Likörwein transportiert wurde. Ein Besuch der Portweinkellereien auf der anderen Flussseite ist für die meisten Touristen obligatorisch.

Der Abschied von Porto fällt nicht leicht, und die erste Tagesetappe durch hässliche Vorstädte und Industriegebiete macht es dem Jakobspilger nicht einfacher. Doch bereits kurz hinter dem Örtchen Rates taucht der Wanderer am zweiten Tag auf dem Caminho Português in Portugals Weinanbaugebiet ein. Hügelige Weinberge und niedliche Winzerdörfer prägen die Landschaft.

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