Momentan besuchten das Hotel vor allem noch Geschäftsleute. Ihnen liege mehr an den eleganten Zimmer und dem guten Service des Hotels als an Büchern. Doch Reichart träumt davon, dass ihr Hotel zum Tipp für Literaten wird. "Es wäre schön, wenn schon im morgens im Aufzug Buchtipps ausgetauscht würden oder sich Autoren hier zum Schreiben träfen."
Bettlektüre: Selbst auf den Fluren gibt es noch reichlich Lesestoff
Marc Schnerr, Geschäftsführer des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Berlin, nimmt die uniformen Hotelketten dagegen in Schutz: "Es gibt viele Gäste in Deutschland, die gerne wissen, was sie für ihr Geld bekommen. Und das ist bei den meisten Marken guter Service und hohe Qualitätsstandards". Ein Trend zur Nische ist für ihn allerdings auch zu erkennen. "Es ist in vielen Bereichen noch möglich, neue Zielgruppen zu erschließen und damit mehr Gäste zu locken."
Die Zielgruppe Literaturfreunde könnte für Reichart ein Glücksgriff sein. Meistens gebildet und gut situiert könnten sie das richtige Publikum für das Literaturhotel sein. Doch auch alle anderen sollen die Bücher zu einem erneuten Besuch bewegen: "Ich hoffe, dass die meisten Gäste bei der Auswahl hier ihre Bücher nur anlesen. Dann müssen sie wieder kommen. Ich lege solange ein Lesezeichen ein", sagt sie augenzwinkernd.
Tim Gabel, dpa
Fotogalerie: Literatur trifft Hotel
© manager magazin online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH