Guatemala-Stadt - Wenn Dieter Richter von der Welt der Maya erzählt, leuchten seine Augen. Schon in früher Jugend hat der Architekt aus Hannover viel Zeit auf archäologischen Grabungen in Mittelamerika verbracht. Seit vier Jahren lebt er permanent im Norden Guatemalas. Auf der malerischen Insel Flores am Lago Petén-Itzá, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist, betreibt er ein Café.
Es wurde zum Treffpunkt für Maya-Interessierte. Denn in der kleinen Inselstadt mit den bunten Häuschen, die als günstiger Ausgangspunkt für den Besuch von Mayastätten wie Tikal oder Aguateca gilt, hat es sich längst herumgesprochen, dass Richter neben Diavorträgen geführte Touren anbietet.
Tikal, die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Guatemalas und Unesco-Welterbe, liegt gut 60 Kilometer nördlich. Nach dem Passieren der bewachten Schranke zum Petén Nationalpark begleitet den Besucher der Lärm der Brüllaffen. Aber nur selten sind die Tiere mit dem fast körperlangen Greifschwanz zu sehen. Auch Spinnenaffen, Nasen- und Ameisenbären, 107 Reptilienarten und Tukane haben in dem 576 Quadratkilometer großen Areal ein Zuhause gefunden.
Angeblich sogar der Quetzal. Der grüne Nationalvogel mit der roten Brust und dem über einen Meter langen Schwanz ist nicht nur seit 1871 Wappentier, sondern seit 1924 auch Namensgeber der Landeswährung. Er gilt als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit, weil er nur in Freiheit leben kann. Die Maya verehrten den Quetzal als Götterboten.
Unverhofft tauchen im Dschungeldickicht erste Ruinenfelder auf. Paläste, Tempel, Pyramiden und breite Treppenaufgänge, die ins Nichts führen, sind zu erkennen. Buchstaben und römische Ziffern erleichtern den Rundgang durch das einst größte Zeremonialzentrum des Maya-Landes.
Wer den schweißtreibenden Aufstieg auf die Pyramide IV wagt, wird mit einem atemberaubenden Blick über das schier endlose Grün des Dschungels belohnt. Aus dem Urwald ragt der Große Jaguar im Haupt-Tempelkomplex heraus. Das mit 65 Metern höchste Bauwerk und Wahrzeichen der Maya-Welt hat neun stufenförmige Terrassen, in deren Mitte eine steile Treppe nach oben bis zum Tempel führt. Unter der Pyramide wurde ein Grab entdeckt.
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